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Was bleibt von Kings Traum?

«I have a dream»: Am kommenden Mittwoch begehen die USA den 50. Jahrestag von Martin Luther Kings berühmtester Rede. Noch immer aber hinkt Afroamerika der Nation hinterher.

Martin Kilian, Washington
Der Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) hält am 28. August 1963 beim «Marsch auf Washington» seine Rede mit dem berühmten Satz «I have a dream». King fordert mehr Rechte für Schwarze und ein Ende der Rassentrennung.
Der Bürgerrechtler Martin Luther King (1929-1968) hält am 28. August 1963 beim «Marsch auf Washington» seine Rede mit dem berühmten Satz «I have a dream». King fordert mehr Rechte für Schwarze und ein Ende der Rassentrennung.
AFP
Über 250'000 Menschen, darunter 60'000 Weisse, verfolgen die Rede von King vor dem Lincoln Memorial in Washington. Mit dem «Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit» will Kings Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) die Öffentlichkeit für die Probleme der Schwarzen sensibilisieren und die konservativen Politiker zu einem Entgegenkommen bewegen.
Über 250'000 Menschen, darunter 60'000 Weisse, verfolgen die Rede von King vor dem Lincoln Memorial in Washington. Mit dem «Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit» will Kings Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) die Öffentlichkeit für die Probleme der Schwarzen sensibilisieren und die konservativen Politiker zu einem Entgegenkommen bewegen.
Keystone
«Wir können nicht zufriedengestellt sein, solange der Neger in Mississippi nicht das Stimmrecht hat und der Neger in New York niemanden hat, den er wirklich wählen möchte», erklärt King in seiner unvergesslichen Rede. «Nein, wir werden nicht zufriedengestellt sein, bis das Recht strömt wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein mächtiger Strom.»
«Wir können nicht zufriedengestellt sein, solange der Neger in Mississippi nicht das Stimmrecht hat und der Neger in New York niemanden hat, den er wirklich wählen möchte», erklärt King in seiner unvergesslichen Rede. «Nein, wir werden nicht zufriedengestellt sein, bis das Recht strömt wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein mächtiger Strom.»
Keystone
Insbesondere dank King entwickelt sich das Civil Rights Movement in den 1960er-Jahren zu einer Massenbewegung, die schliesslich erreicht, dass die Rassentrennung gesetzlich aufgehoben und das uneingeschränkte Wahlrecht für die schwarze Bevölkerung der US-Südstaaten eingeführt wird.
Insbesondere dank King entwickelt sich das Civil Rights Movement in den 1960er-Jahren zu einer Massenbewegung, die schliesslich erreicht, dass die Rassentrennung gesetzlich aufgehoben und das uneingeschränkte Wahlrecht für die schwarze Bevölkerung der US-Südstaaten eingeführt wird.
Keystone
Wie alle Schwarzen wird auch King durch die Rassentrennung in den Südstaaten der USA diskriminiert. Diese trennt alle Bereiche des täglichen Lebens in Schwarz und Weiss: Schulen, Kirchen, öffentliche Gebäude, Busse und Züge, selbst Toiletten und Waschbecken. King, der hier im Bild die Ermordung von drei Bürgerrechtlern anprangert, plädiert für zivilen Ungehorsam und gewaltfreie Aktionen.
Wie alle Schwarzen wird auch King durch die Rassentrennung in den Südstaaten der USA diskriminiert. Diese trennt alle Bereiche des täglichen Lebens in Schwarz und Weiss: Schulen, Kirchen, öffentliche Gebäude, Busse und Züge, selbst Toiletten und Waschbecken. King, der hier im Bild die Ermordung von drei Bürgerrechtlern anprangert, plädiert für zivilen Ungehorsam und gewaltfreie Aktionen.
Keystone
Bei einem Spitalaufenthalt in Atlanta im Oktober 1964 bekommt King einen Telefonanruf aus Stockholm. Das Nobelpreiskomitee teilt King mit, dass er mit dem Friedensnobelpreis geehrt werden soll. Ausgezeichnet wird King für sein Engagement zugunsten der Bürger- und Freiheitsrechte sowie der sozialen Gerechtigkeit.
Bei einem Spitalaufenthalt in Atlanta im Oktober 1964 bekommt King einen Telefonanruf aus Stockholm. Das Nobelpreiskomitee teilt King mit, dass er mit dem Friedensnobelpreis geehrt werden soll. Ausgezeichnet wird King für sein Engagement zugunsten der Bürger- und Freiheitsrechte sowie der sozialen Gerechtigkeit.
Keystone
Am 3. April 1968 reist King nach Memphis, wo er seine letzte Rede («I've Been to the Mountaintop») halten wird. Einen Tag später wird der charismatische Bürgerrechtler auf dem Balkon des Lorraine Motel erschossen. Der Täter ist der mehrfach vorbestrafte und offene Rassist James Earl Ray. Bild: King mit drei Mitstreitern – Hosea Williams, Jesse Jackson und Ralph Abernathy – am Vortag des Attentats am späteren Tatort.
Am 3. April 1968 reist King nach Memphis, wo er seine letzte Rede («I've Been to the Mountaintop») halten wird. Einen Tag später wird der charismatische Bürgerrechtler auf dem Balkon des Lorraine Motel erschossen. Der Täter ist der mehrfach vorbestrafte und offene Rassist James Earl Ray. Bild: King mit drei Mitstreitern – Hosea Williams, Jesse Jackson und Ralph Abernathy – am Vortag des Attentats am späteren Tatort.
Keystone
Am 16. Oktober 2011, über 48 Jahre nach der berühmten Rede, wird in Washington ein riesiges Denkmal zu Ehren von King eingeweiht. Das Martin Luther King Memorial stammt vom chinesischen Bildhauer Lei Yixin. King ist der erste Afroamerikaner und der vierte Nicht-Präsident, dem ein National Memorial an der Mall in Washington errichtet wird.
Am 16. Oktober 2011, über 48 Jahre nach der berühmten Rede, wird in Washington ein riesiges Denkmal zu Ehren von King eingeweiht. Das Martin Luther King Memorial stammt vom chinesischen Bildhauer Lei Yixin. King ist der erste Afroamerikaner und der vierte Nicht-Präsident, dem ein National Memorial an der Mall in Washington errichtet wird.
Reuters
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Er war ein glänzender Redner, einer, der sich mitreissen lässt von der Stimmung eines Ereignisses und dessen Kadenzen stets den Prediger verrieten. Und vor fünf Jahrzehnten im heissen Washingtoner August sprudelte aus ihm eine Rhetorik von unerhörter Kraft und Imagination, vergleichbar auf amerikanischem Boden nur mit Abraham Lincolns Ansprache auf dem Bürgerkriegs-Schlachtfeld von Gettysburg in Pennsylvania, wo der Präsident an einem Novembertag 1863 den Soldatenfriedhof einweihte.

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