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Trumps Woche 1

Nebst der Präsentation von «alternativen Fakten» hat der US-Präsident einiges vor. Zum Beispiel wird der erste Staatsgast empfangen.

Beim Treffen mit hochrangingen Beamten: Donald Trump hat seine erste Woche als US-Präsident bevor. (22. Januar, 2017)
Beim Treffen mit hochrangingen Beamten: Donald Trump hat seine erste Woche als US-Präsident bevor. (22. Januar, 2017)
Joshua Roberts, Reuters

Für die Verhältnisse von US-Präsident Donald Trump verlief der Sonntag relativ ruhig. Mit ihrem Auftritt bei dem Sender NBC sorgte seine Beraterin Kellyanne Conway aber dafür, dass die Debatte um den Umgang der neuen Regierung mit der Presse weiterging. Sprecher Sean Spicer habe nur «alternative Fakten» präsentiert, sagte Conway, als er den Medien bewusstes Lügen vorhielt und «mit Konsequenzen» drohte.

Video – Sean Spicers eigener Umgang mit Fakten:

Der US-Regierungssprecher Sean Spicer wirft den Medien eine falsche Berichterstattung über die Vereidigung Donald Trumps vor.

Trump selbst telefonierte mit Israels Premier Benjamin Netanyahu («sehr nett») und lud ihn nach Washington ein. Er empfing ein paar Polizisten und Rettungskräfte im Weissen Haus, um für deren Einsatz rund um die Amtseinführung zu danken. Dass er dabei FBI-Chef James Comey auf die Schulter klopfte und ihm ins Ohr flüsterte, beschäftigte liberale Freunde von Verschwörungstheorien.

Auch bei Twitter hielt er sich zurück - fast schien es, als wolle sich der 70-Jährige schonen. Dabei soll ihn schon am Montag erstes Ungemach erwarten: Eine auf Finanzen und Ethik spezialisierte Organisation aus Washington will Klage gegen den US-Präsident einreichen. Indem er seinem Unternehmen erlaube, Geld von ausländischen Regierungen anzunehmen, verletzte er die amerikanische Verfassung, teilte die Gruppe Bürger für Verantwortung und Ethik, Crew, mit.

Was den 45. US-Präsidenten in der ersten Arbeitswoche sonst noch alles erwartet:

  • Über Anweisungen an Bundesbehörden kann Trump auch die freie Toiletten-Wahl für Transgender-Jugendliche in öffentlichen Schulen kippen. Auch eine - symbolische oder reale - Verschärfung der Abschiebepraxis ist möglich. Laut seinen Beratern soll Trump fast jeden Tag neue Erlasse unterschreiben. Allerdings fällt der neue US-Präsident die Entscheidung darüber recht kurzfristig, berichtet die New York Times.
  • Üblicherweise beantworten die Politiker nach dem Treffen Fragen von Journalisten: Sowohl die Antworten und das Verhalten von Trump und May werden aufschlussreich sein. Wird Trump erläutern, wie das «schnelle bilaterale Freihandelsabkommen» aussehen könnte, das er in Aussicht stellte? Was sagt er über die special relationship beider Länder? Theresa May hat im BBC-Interview angekündigt, mit Trump auch über die Nato (er nannte das Bündnis zuletzt «obsolet») sprechen zu wollen - seine frauenfeindlichen Sprüche will sie nicht ansprechen, da er sich dafür entschuldigt habe.
  • Erstes echtes Medienbriefing. In seinem ersten Auftritt als Pressesprecher sorgte Sean Spicer am Samstag für Aufsehen: Er warf den Medien vor, wissentlich falsch über die Besucherzahlen bei der Inauguration berichtet zu haben und behauptete, Trumps Amtseinführung habe alle Rekorde gebrochen. Seither sind #SpicerFacts eine kleine Internet-Sensation und die Reporter warten auf die erste Chance, dem 45-Jährigen Fragen stellen zu dürfen: Nach der samstäglichen Wutrede stürmte er davon. Am Montagabend Schweizer Zeit soll alles routinemässig ablaufen - inklusive Fragen der Journalisten.
«Wir geben die Macht dem Volk zurück»: Donald Trump, 45. Präsident der USA, spricht zur Menge in Washington DC. (20. Januar 2017)
«Wir geben die Macht dem Volk zurück»: Donald Trump, 45. Präsident der USA, spricht zur Menge in Washington DC. (20. Januar 2017)
Patrick Semansky/AP, Keystone
Daumen hoch: Trump tritt für seine Antrittsrede ans Pult auf dem Capitol Hill. (20. Januar 2017)
Daumen hoch: Trump tritt für seine Antrittsrede ans Pult auf dem Capitol Hill. (20. Januar 2017)
Saul Loeb, AFP
Mit Kappen und Hüten: Anhänger von Donald Trump stehen am frühen Morgen Schlange zur Inauguration.
Mit Kappen und Hüten: Anhänger von Donald Trump stehen am frühen Morgen Schlange zur Inauguration.
John Minchillo, Keystone
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  • Die Demokraten werden versuchen, die Anhörungen der umstritteneren Kandidaten in die Länge zu ziehen. Beim designierten Gesundheitsminister Tom Price geht es um den Plan, Obamacare abzuschaffen; bei Bald-Bildungsministerin Betsy DeVos und dem möglichen Finanzminister Steve Mnuchin sind viele Fragen über deren immenses Vermögen offen. Hier sollen mögliche Interessenkonflikte geklärt werden. Gerade der Ex-Goldman-Sachs-Banker Mnuchin hatte einen schlechten Start - er vergass, knapp 100 Millionen Dollar Vermögen anzugeben. Es dürfte also noch einige Wochen dauern, bis alle Stühle an Trumps Kabinettstisch besetzt sind.

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