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Weltbank kritisiert Argentiniens Enteignungspläne

Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner ist daran, das grösste Energieunternehmen des Landes zu verstaatlichen. Die internationale Kritik wächst. Nun schaltet sich auch der Weltbank-Chef ein.

jak
«Ich glaube, das war eine falsche Massnahme»: Weltbank-Chef Robert Zoellick.
«Ich glaube, das war eine falsche Massnahme»: Weltbank-Chef Robert Zoellick.
Keystone

Auch die Weltbank kritisiert die argentinische Regierung wegen der angestrebten Verstaatlichung des grössten Energieunternehmens des Landes. Das Streben nach der Kontrolle über die Tochter der spanischen Repsol, YPF, sei ein Fehler, sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick.

«Ich glaube, das war eine falsche Massnahme», sagt der Chef der Internationalen Finanzinstitution am Donnerstag in Washington. Der Fall zeige, dass man darauf achten müsse, ob Länder unter Druck «mit mehr Populismus antworten, mit mehr Protektionismus antworten».

Zuvor hatten sich schon zahlreiche Regierungen kritisch zu dem Vorhaben geäussert. Spanien drohte mit diplomatischen Konsequenzen und will die Welthandelsorganisation einschalten. Die spanische Regierung wollte am Freitag über eine Reaktion auf die Verstaatlichung beraten.

Verstaatlichungsplan schreitet voran

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez hatte am Montagabend die Verstaatlichung der Repsol-Tochter YPF angekündigt und dies mit der Bedeutung für die Energieversorgung begründet. Das Parlament in Buenos Aires schritt mit den Verstaatlichungs- Plänen am Mittwoch ungeachtet der Kritik voran. Ein Ausschuss des Senats verständigte sich über die Grundzüge des entsprechenden Gesetzestexts.

Branchenexperten zufolge handelt es sich um die grösste Verstaatlichung im Energiesektor, seit Russland vor rund zehn Jahren den Ölkonzern Yukos des damaligen Oligarchen Michail Chodorkowski unter die Kontrolle des Kreml brachte. Repsol gehören 57 Prozent an YPF. Den Wert der Tochter beziffert Repsol auf 18 Milliarden Dollar und fordert auch eine entsprechende Entschädigung. Der Marktwert von YPF beläuft sich derzeit auf gut zehn Milliarden Dollar.

(SDA)

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