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Wie die USA den Weltklimarat beeinflussen wollten

Unter der Präsidentschaft von George W. Bush sollen die USA die Arbeitsgruppen des Klimarates bewusst beeinflusst haben. Dabei zählten sie auf die Unterstützung befreundeter Diplomaten.

Soll sich im Jahr 2008 gegen die Ernennung eines iranischen Waldexperten eingesetzt haben: Die frühere Aussenministerin Condoleeza Rice.
Soll sich im Jahr 2008 gegen die Ernennung eines iranischen Waldexperten eingesetzt haben: Die frühere Aussenministerin Condoleeza Rice.
Keystone

Die US-Regierung hat einem Medienbericht zufolge die Besetzung von Vorstandsposten in Arbeitsgruppen des Weltklimarats (IPCC) zu beeinflussen versucht. Die frühere Aussenministerin Condoleezza Rice habe im Jahr 2008 die Berufung des iranischen Waldexperten Mustafa Dschaafari zum stellvertretenden Leiter einer IPCC-Arbeitsgruppe verhindern wollen, berichtete das Nachrichtenmagazin «Spiegel» am Sonntag vorab unter Berufung auf von der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks zur Verfügung gestellte geheime Depeschen der US-Diplomatie. «Die US-Delegation arbeitet aktiv daran, die Wahl des iranischen Wissenschaftlers als Ko-Vorsitzenden zu verhindern», zitierte die Zeitschrift aus einer Direktive der Aussenministerin an die US-Botschaften.

Die Berufung Dschaafaris zum Vizechef einer IPCC-Arbeitsgruppe laufe «potenziell der generellen US-Politik gegenüber dem Iran zuwider», zitierte das Magazin weiter. Stattdessen solle der Posten von einem US-Wissenschaftler besetzt werden, der «die US-Interessen in Bezug auf den Klimawandel» als «Schlüsselthema der Aussenpolitik» stärken könne. Um die Wahl des Iraners zu verhindern, forderte Rice ihre Botschafter nach «Spiegel»-Darstellung dazu auf, die Unterstützung befreundeter Diplomaten zu suchen. Auch deutsche Vertreter sollen demnach angesprochen worden sein. Vor allem aber habe sich Rice an den IPCC-Vorsitzenden Rajendra Pachauri gewandt, berichtete die Zeitschrift. Dieser stimmte demnach zu, «sich der Sache anzunehmen».

AFP/mrs

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