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Neue Dokumente zeigen Russlands US-Propaganda

Amerikanische Geheimdienste besitzen Papiere eines russischen Think Tanks. Dieser empfahl dem Kreml zwei Strategien für den Wahlkampf in den USA.

Vincenzo Capodici
Das Trump-Team soll im Wahlkampf Hilfe des Kremls erhalten haben: Donald Trump und Wladimir Putin.
Das Trump-Team soll im Wahlkampf Hilfe des Kremls erhalten haben: Donald Trump und Wladimir Putin.

Der Verdacht russischer Beeinflussung des US-Wahlkampfes zugunsten von Donald Trump hält sich hartnäckig. Und er wird nun durch einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters erhärtet. Reuters berichtet, dass US-Geheimdienste in den Besitz von Dokumenten gekommen sind, die vom Russischen Institut für Strategische Studien (RISS) stammen. Reuters beruft sich auf drei aktuelle und vier frühere Beamte der US-Administration.

Das erste RISS-Papier stammt von Juni 2016. Dieses empfiehlt eine Propaganda-Kampagne in sozialen Medien und russischen Auslandsmedien wie «Russia Today» (RT) und «Sputnik News». Diese Medien lieferten denn auch regelmässig Pro-Trump- sowie Anti-Clinton-Beiträge. Ergänzt wurden diese durch Beiträge von Kreml-Bloggern auf Twitter und Facebook. Ein Beispiel für Russlands Propaganda im US-Wahlkampf ist ein RT-Video, das über neun Millionen Mal angeschaut wurde. In dem Videobeitrag wird behauptet, dass Hillary Clinton und ihr Ehemann Bill sämtliche Einnahmen von Wohltätigkeitsveranstaltungen in die eigene Tasche gesteckt haben sollen.

Anti-Clinton-Beitrag von «Russia Today». (Video: Youtube/RT)

Gemäss dem Reuters-Bericht besitzen die US-Geheimdienste noch ein weiteres RISS-Papier vom Oktober 2016. Die Propagandastrategen thematisieren den zu jenem Zeitpunkt vorhergesagten Sieg der demokratischen Präsidentschaftskandidatin. Dabei schlugen sie vor, das Wahlsystem insgesamt in Misskredit zu bringen. Unter anderem sollten auch Berichte über Wahlbetrug seitens der Demokraten verbreitet werden.

Kein Thema in den beiden RISS-Papieren sind die Hackerangriffe auf Demokraten. Wer dafür verantwortlich ist, ist nicht geklärt. Tatsache ist, dass teils brisante E-Mails der demokratischen Parteizentrale an die Öffentlichkeit gelangt waren. Sowohl «Russia Today» als auch «Sputnik News» sowie Blogger thematisierten die Indiskretionen. Gemäss Reuters sollen die Cyber-Attacken vom Kreml durchgeführt worden sein.

Propaganda im US-Wahlkampf: Wladimir Putin im Gespräch mit Michail Fradkow (links) and Leonid Reschetnikow, dem aktuellen und früheren Direktor des Russischen Instituts für Strategische Studien. Foto: Reuters
Propaganda im US-Wahlkampf: Wladimir Putin im Gespräch mit Michail Fradkow (links) and Leonid Reschetnikow, dem aktuellen und früheren Direktor des Russischen Instituts für Strategische Studien. Foto: Reuters

Nach Angaben von Reuters reagierten weder Putins Mediensprecher noch das RISS auf Anfragen. Der Kreml hat stets eine Beeinflussung der US-Wahlen verneint. Klar ist jedoch, dass der russische Präsident Trump gegenüber Clinton favorisierte. Allerdings: Das Vertrauen zwischen den Regierungen Russlands und den USA hat nach den Worten von Putin seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump abgenommen. Dies sagte Putin nach dem Militärschlag der USA gegen das Regime Syriens.

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