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Will Trump Sonderermittler Mueller feuern?

Robert Mueller untersucht die möglichen Russland-Kontakte von Trumps Team. Jetzt droht ihm dasselbe Schicksal wie Ex-FBI-Chef Comey.

Gelten als Freunde: Ex-FBI-Direktor James Comey und Sonderermittler Robert Mueller.
Gelten als Freunde: Ex-FBI-Direktor James Comey und Sonderermittler Robert Mueller.
Keystone

US-Präsident Donald Trump erwägt, nach Ex-FBI-Chef James Comey auch den in der Russland-Affäre eingesetzten Sonderermittler Robert Mueller zu feuern. Dies behauptet Trumps langjähriger Freund und Vertrauter Christopher Ruddy. Der Präsident ziehe in Betracht, «die Sonderermittlung vielleicht zu beenden», sagte Ruddy, der das konservative Nachrichtenportal Newsmax leitet, in einem Interview des Fernsehsenders PBS.

Persönlich würde er eine Entlassung jedoch für einen «sehr grossen Fehler» halten, fügte Ruddy hinzu. Der Sender CNN berichtete daraufhin unter Berufung auf eine Trump nahestehende Quelle, dem Präsidenten werde «von vielen Leuten» dazu geraten, Mueller nicht zu entlassen.

Das Weisse Haus dementierte umgehend. Ruddy spreche nur «für sich selbst» und nicht für die Trump-Regierung. «Er hat mit dem Präsidenten nie über dieses Thema gesprochen», sagte Pressesprecher Sean Spicer.

Trotzdem werden die Aussagen von Ruddy in Washington ernst genommen. Der demokratische Obmann im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, Adam Schiff, warnte Trump vor einer Entlassung Muellers. Sollte dieser den Sonderermittler feuern, werde der Kongress ihn umgehend wieder einsetzen, schrieb Schiff auf Twitter. «Verschwenden Sie nicht unsere Zeit», fügte der Abgeordnete an Trump gewandt hinzu.

Die aufsehenerregenden Äusserungen Ruddys kommen zu einem Zeitpunkt, als Robert Mueller immer mehr unter Druck gerät. Letzten Monat noch wurde er parteiübergreifend als Sonderermittler gerühmt, der über jeden Zweifel erhaben ist. Nun haben Konservative und Personen aus Trumps Umfeld begonnen, Muellers Glaubwürdigkeit zu attackieren. Im Zentrum steht dabei dessen langjährige Freundschaft mit Ex-FBI-Direktor James Comey. Mueller und Comey arbeiteten in der Bush-Administration eng zusammen.

«Ist das nicht ein Interessenkonflikt? Sollte ein Ankläger einem Fall nachgehen, in dem der Hauptzeuge ein guter Freund ist?», fragte der konservative Kolumnist Byron York am Montag in einem viel beachteten Artikel. Die einflussreichen Radiomoderatoren Rush Limbaugh und Mark Levin befürworteten ebenfalls Muellers Entlassung wegen Voreingenommenheit.

Und auch der langjährige Trump-Supporter Newt Gingrich gehört zu den plötzlichen Mueller-Kritikern. Der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses schrieb auf Twitter: «Die Republikaner sind wahnsinnig, wenn sie glauben, dass die Sonderermittlung fair werden wird.»

In einem Radio-Interview forderte Gingrich sogar, dass der Kongress die Ermittlungen in der Russland-Affäre wieder aufhebt. Dabei hatte er den Sonderermittler nach dessen Ernennung gelobt. «Robert Mueller ist eine hervorragende Wahl. Er hat einen tadellosen Ruf für Ehrlichkeit und Integrität», twitterte Gingrich am 17. Mai.

Die Kritik der Trump-Unterstützer hat sich in den letzten Tagen von Ex-FBI-Chef Comey zu Sonderermittler Mueller verlagert. Besonders deutlich wurde dies am Wochenende, als Jay Sekulow, einer von Trumps Anwälten, in einem Interview mit dem Sender ABC nicht ausschliessen wollte, dass der Präsident den Sonderermittler feuern könnte.

Verschiedene republikanische Abgeordnete warnen Trump vor diesem Fehler. «Es wäre ein Desaster», sagte Senator Lindsey Graham zu «Politico». Seine Kollegin Susan Collins bezeichnete die Idee als «aussergewöhnlich dummen Schritt». Sie hätten aber keine Hinweise darauf, dass Trump wirklich darüber nachdenke, Mueller zu entlassen. Die Entlassung Comeys kam für die Kongressmitglieder allerdings auch sehr überraschend.

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