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«Wurde auch langsam Zeit»

Zwei Nachrichten haben Kuba seit der Jahrtausendwende im Herzen getroffen. Eine davon wurde gestern verkündet. Wie die Menschen in Havanna das Ende der Feindschaft mit den USA aufnehmen. Und wie sie nun die Castros sehen.

Von Oscar Alba, Havanna
Ein Tag der Freude: Zwei Frauen in der kubanischen Botschaft in Chile feiern die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu den USA. (17. Dezember 2014)
Ein Tag der Freude: Zwei Frauen in der kubanischen Botschaft in Chile feiern die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu den USA. (17. Dezember 2014)
Keystone
Hier schüttelten sie einander bereits die Hand: US-Präsident Barack Obama (links) mit dem kubanischen Staatschef Raúl Castro bei der Trauerfeier für Nelson Mandela im Dezember 2013 in Johannesburg. (10. Dezember 2013)
Hier schüttelten sie einander bereits die Hand: US-Präsident Barack Obama (links) mit dem kubanischen Staatschef Raúl Castro bei der Trauerfeier für Nelson Mandela im Dezember 2013 in Johannesburg. (10. Dezember 2013)
Getty Images/Chip Somodevilla
In den USA löste der Schritt allerdings nicht nur Freude aus: Exilkubaner protestieren in Miami. (17. Dezember 2014)
In den USA löste der Schritt allerdings nicht nur Freude aus: Exilkubaner protestieren in Miami. (17. Dezember 2014)
Reuters
Seit 1961 hatten Kuba und die USA keine diplomatischen Beziehungen mehr unterhalten: Raúl Castro, Staatschef des kommunistisch regierten Karibikstaates. (14. Dezember 2014)
Seit 1961 hatten Kuba und die USA keine diplomatischen Beziehungen mehr unterhalten: Raúl Castro, Staatschef des kommunistisch regierten Karibikstaates. (14. Dezember 2014)
Enrique De La Osa, Reuters
Die beiden Länder haben einen Gefangenenaustausch vereinbart. Dieser Mann ist aus humanitären Gründen bereits freigelassen worden: Der US-Amerikaner Alan Gross (3.v.r.) verlässt das Flugzeug bei seiner Ankunft ausserhalb von Washington. (17. Dezember 2014)
Die beiden Länder haben einen Gefangenenaustausch vereinbart. Dieser Mann ist aus humanitären Gründen bereits freigelassen worden: Der US-Amerikaner Alan Gross (3.v.r.) verlässt das Flugzeug bei seiner Ankunft ausserhalb von Washington. (17. Dezember 2014)
Reuters
Der humanitäre Mitarbeiter war 2009 festgenommen und später zu 15 Jahren Haft verurteilt worden: Alan Gross mit seiner Frau Judy, kurz bevor er die kubanische Hauptstadt Havanna verlässt. (17. Dezember 2014)
Der humanitäre Mitarbeiter war 2009 festgenommen und später zu 15 Jahren Haft verurteilt worden: Alan Gross mit seiner Frau Judy, kurz bevor er die kubanische Hauptstadt Havanna verlässt. (17. Dezember 2014)
Reuters
Zuvor waren Proteste gegen die Inhaftierung von Alan Gross laut geworden: Demonstranten fordern Massnahmen von Barack Obama in Washington. (3. Dezember 2014)
Zuvor waren Proteste gegen die Inhaftierung von Alan Gross laut geworden: Demonstranten fordern Massnahmen von Barack Obama in Washington. (3. Dezember 2014)
Paul J. Richards, AFP
Auch fünf kubanische Gefangene wurden freigelassen: Raúl Castro empfängt sie. (17. Dezember 2014)
Auch fünf kubanische Gefangene wurden freigelassen: Raúl Castro empfängt sie. (17. Dezember 2014)
AFP
Menschen in Kuba bejubeln die Freilassung. (17. Dezember 2014)
Menschen in Kuba bejubeln die Freilassung. (17. Dezember 2014)
Reuters
Auch gegen die kubanischen Gefangenen war protestiert worden: Ein Plakat zeigt fünf Inhaftierte in der Hauptstadt Havanna. (17. Dezember 2014)
Auch gegen die kubanischen Gefangenen war protestiert worden: Ein Plakat zeigt fünf Inhaftierte in der Hauptstadt Havanna. (17. Dezember 2014)
Enrique De La Osa, Reuters
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Die eine Nachricht war, als im Sommer 2006 der Rücktritt des kranken Fidel Castro verkündet wurde. Die zweite folgte gestern: Die Reden von Barack Obama und Raúl Castro. Sie haben das Ende der Feindschaft zwischen den beiden Nationen verkündet und wollen nach über fünf Jahrzehnten kalten Krieges jetzt wieder miteinander reden und diplomatische Beziehungen aufnehmen. Um zwölf Uhr mittags wurden alle staatlichen Medien gleichgeschaltet. Sogar Radio Enciclopedia, das rund um die Uhr nur Instrumentalmusik sendet, unterbrach seine zarten Klänge. Raúl Castro, frisch frisiert, in olivgrüner Uniform mit Generalssternen auf den Schultern, sprach kurz und klar, sagte das Wichtigste, aber nicht alles. Er dankte «dem Präsidenten Obama», Papst Franziskus und der kanadischen Regierung, die im Hintergrund mithalfen, dass die alten Feinde nun bereit sind, Freunde zu werden.

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