Gericht verurteilt Bruder von Bataclan-Attentäter

Karim Mohamed-Aggad muss ins Gefängnis, weil er sich in Syrien Jihadisten angeschlossen hat. Begonnen hat alles in einer Shisha-Bar.

Mohamed-Aggad erhielt die höchste Strafe: Die Angeklagten vor Gericht. (6. Juli 2016)

Mohamed-Aggad erhielt die höchste Strafe: Die Angeklagten vor Gericht. (6. Juli 2016) Bild: AFP

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Der Bruder eines der Bataclan-Selbstmordattentäter ist in Frankreich zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er sich Jihadisten in Syrien angeschlossen hatte. Das Pariser Strafgericht verurteilte zusammen mit Karim Mohamed-Aggad sechs weitere Islamisten zu mehrjährigen Haftstrafen. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die 24 bis 27 Jahre alten Männer Ende 2013 nach Syrien gereist waren, um dort im Bürgerkrieg zu kämpfen.

Den nach ihrer Rückkehr festgenommenen Angehörigen der sogenannten «Strassburger Zelle» wurde die Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel terroristischer Taten zur Last gelegt. Mohamed-Aggad erhielt die höchste Strafe. Sein Bruder Foued war einer der Selbstmordattentäter, die bei den Anschlägen vom 13. November im Pariser Musikclub Bataclan 90 Menschen töteten.

In Shisha-Bar vorbereitet

Die beiden Brüder und acht weitere Islamisten aus der elsässischen Stadt Strassburg oder ihrer Umgebung waren im Dezember 2013 nach Syrien gereist und hatten sich der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Die Reise bereiteten sie unter anderem in einer Shisha-Bar im nahe Strassburg gelegenen baden-württembergischen Kehl vor.

Während zwei der mutmasslichen Jihadisten in dem Bürgerkriegsland getötet wurden, kehrten die anderen mit Ausnahme von Foued Mohamed-Aggad nach wenigen Monaten nach Frankreich zurück, wo sie schliesslich festgenommen wurden.

«Extrem gefährlich»

Sie räumten später ein, sie seien nach Syrien gereist, um gegen die Truppen von Machthaber Bashar al-Assad zu kämpfen. Sie seien aber geflohen, als ihnen die Feindschaft zwischen den verschiedenen Rebellengruppen bewusst geworden sei.

Während des Prozesses bezeichnete die Staatsanwaltschaft die Männer als «extrem gefährlich». Mohamed-Aggads Anwältin kündigte nach dem Urteil an, voraussichtlich in Berufung gehen zu wollen.

Das sind die Attentäter von Paris:

(woz/AFP)

Erstellt: 06.07.2016, 16:20 Uhr

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