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Ungarischer Premier wettert in Paris gegen Einwanderer

Auch in Washington und Los Angeles gingen Tausende Menschen für die Opfer der Paris-Anschläge auf die Strassen. Derweil nutzte der ungarische Ministerpräsident seinen Auftritt in Paris für seine Botschaft.

Nutzte den Trauermarsch für den Wahlkampf im eigenen Land: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu neben François Hollande. (11. Januar 2015)
Nutzte den Trauermarsch für den Wahlkampf im eigenen Land: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu neben François Hollande. (11. Januar 2015)
Thibault Camus, Keystone
«Die Wirtschaftsmigration ist eine schlechte Sache für Europa»: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban wird von François Hollande begrüsst. (11. Januar 2015)
«Die Wirtschaftsmigration ist eine schlechte Sache für Europa»: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban wird von François Hollande begrüsst. (11. Januar 2015)
Keystone
Schon am Tag vor dem offiziellen Gedenkmarsch versammeln sich die Menschen überall in Frankreich zum gemeinsamen Trauern, wie hier in Marseille im Süden des Landes. (10. Januar 2015)
Schon am Tag vor dem offiziellen Gedenkmarsch versammeln sich die Menschen überall in Frankreich zum gemeinsamen Trauern, wie hier in Marseille im Süden des Landes. (10. Januar 2015)
Keystone
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Der rechts-konservative ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat den Solidaritätsmarsch für die Opfer des Terrorismus in Paris genutzt, um gegen Einwanderer zu wettern. «Die Wirtschaftsmigration ist eine schlechte Sache für Europa», sagte er.

«Man darf nicht so tun, als würde sie irgendeinen Nutzen haben, denn sie bringt nur Probleme und Gefahren für den europäischen Menschen. Deshalb muss die Einwanderung gestoppt werden», sagte er in Ungarns Staatsfernsehen.

Orban war von der französischen Regierung wie Dutzende andere Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zur Teilnahme an dem Marsch eingeladen worden. Bis zu 1,5 Millionen Menschen gedachten am Sonntag in Paris der Opfer der jüngsten islamistischen Terroranschläge in Frankreich.

Ungarn verlassen Ungarn

Im EU-Land Ungarn gibt es keine nennenswerte Einwanderung. Dafür suchen Hunderttausende Ungarn ihr Glück im EU-Ausland, weil sie wegen der politischen und wirtschaftlichen Lage unter der Orban-Regierung in ihrer Heimat keine Perspektive für sich sehen.

Dennoch stellte Orban am Sonntag klar, dass er nicht den geringsten Anflug von Multikulti in seinem Land dulden werde. «Wir wollen keine zahlenmässig bedeutsamen Minderheiten bei uns sehen, die sich in ihren kulturellen Eigenschaften und Hintergrund von uns unterscheiden», sagte er. «Wir möchten uns Ungarn als Ungarn bewahren.»

Gedenkfeiern in den USA

In Gedenken an die Anschlagsopfer in Frankreich sind am Sonntag auch in Washington und in Los Angeles tausende Menschen auf die Strasse gegangen. In der US-Hauptstadt begann der stille Marsch vor dem sogenannten Newseum, einem Museum über die Presse.

Angeführt wurde er von Frankreichs Botschafter Gérard Araud, der ein Schild mit der Aufschrift «Wir sind Charlie» in den Händen hielt – aus Solidarität mit den Opfern des Anschlags auf das französische Satire-Magazin «Charlie Hebdo».

Solidarität auch in Los Angeles

Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die Französin Christine Lagarde, nahm teil. Sie sei gekommen, um gemeinsam mit Franzosen und US-Bürgern ihre «Solidarität und Unterstützung» zu demonstrieren und «aufzustehen für das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Pressefreiheit», sagte sie.

Die Europabeauftragte im US-Aussenministerium, Victoria Nuland, nahm ebenfalls teil. In Los Angeles versammelten sich rund 600 Menschen, dort trugen viele schwarze Regenschirme den Schriftzug «Ich bin Charlie».

SDA/chk

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