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Ariel Sharon ist tot

Während acht Jahren lag der frühere israelische Ministerpräsident Ariel Sharon im Koma. Seit Anfang des Jahres ging es mit seinem Gesundheitszustand bergab. Nun ist er im Alter von 85 Jahren gestorben.

In die israelische Flagge gehüllt: Der Sarg wird vor der Knesset aufgebahrt. (12. Januar 2014)
In die israelische Flagge gehüllt: Der Sarg wird vor der Knesset aufgebahrt. (12. Januar 2014)
AFP
Jerusalem gedenkt dem verstorbenen Politiker: Ein Israeli sitzt neben einem Bild Sharons. (12. Januar 2014)
Jerusalem gedenkt dem verstorbenen Politiker: Ein Israeli sitzt neben einem Bild Sharons. (12. Januar 2014)
AFP
Anfänge in der Armee: Sharon als junger Leutnant 1948. Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges wurde er verletzt.
Anfänge in der Armee: Sharon als junger Leutnant 1948. Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges wurde er verletzt.
Reuters
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Der seit Jahren im Koma liegende frühere israelische Ministerpräsident Ariel Sharon ist tot. Heute starb er im Alter von 85 Jahren in einer Klinik bei Tel Aviv, wie sein Sohn Gilad Sharon sagte. «Er ist gegangen. Er ging, als er entschieden hatte, zu gehen.» Ein Sprecher der Klinik sagte, Scharons Herz sei immer schwächer geworden und er sei friedlich von seiner Familie geschieden, die ihn immer mit Liebe unterstützt habe.

Der frühere Politiker und General hatte im Januar 2006, auf dem Höhepunkt seiner politischen Macht, einen Schlaganfall erlitten und lag seitdem im Koma. In den vergangenen Tagen hatte sich sein Zustand nach dem Versagen mehrerer Organe bereits deutlich verschlechtert. Scharon gilt als einer der schillerndsten, aber auch umstrittensten Politiker Israels.

Erfolgreiche Militärlaufbahn

Zunächst hatte er eine erfolgreiche Militärlaufbahn absolviert. Ihm wurden entscheidende Erfolge sowohl im Sechs-Tage-Krieg von 1967 als auch im Jom-Kippur-Krieg von 1973 zugeschrieben. Für den Einmarsch Israels 1982 in den benachbarten Libanon zeichnete er später als Verteidigungsminister verantwortlich.

In die Politik war Sharon 1973 nach der Gründung des konservativen Likud-Blocks eingetreten. Er diente unter anderem als Landwirtschafts-, Verteidigungs-, Bau- und Aussenminister. 2001 wurde er zum ersten Mal Ministerpräsident.

Harte Linie gegen Palästinenser

Jahrzehntelang vertrat Sharon in seinen diversen Positionen eine harte Linie gegen die Palästinenser und die arabischen Nachbarn. Sein Besuch auf dem Tempelberg im Jahr 2000 galt als einer der Auslöser der zweiten Intifada. Er trieb den Siedlungsbau in den besetzten Gebieten voran und befürwortete 2002 auch den Bau des 670 Kilometer langen Zauns zum Westjordanland, mit dem sich Israel gegen palästinensische Anschläge schützen will.

Als Regierungschef bekannte sich Sharon jedoch seit 2003 zu einer Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt mit den Palästinensern. Kurz vor seiner Krankheit ordnete er Mitte 2005 den Abzug israelischer Truppen aus dem Gaza-Streifen an und beendete damit 38 Jahre militärischer Besatzung. Dies galt vielen Anhängern als schockierende Kehrtwende Sharons. Noch im November 2005 trat Sharon aus seiner langjährigen Partei Likud aus und gründete die Kadima-Partei.

Der damals 77-Jährige wollte bei Wahlen im März 2006 erneut antreten. Doch erlitt er am 4. Januar 2006 einen schweren Schlaganfall und fiel ins Koma. Später wurde er für amtsunfähig erklärt. Er erlangte nie wieder das Bewusstsein, bewegte aber nach Angaben seiner Familie bisweilen die Augenlider und seine Finger.

AFP/kle

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