21 Tote in chinesischer Unruheregion

Bei einem Gewaltausbruch in der westchinesischen Provinz Xinjiang werden 21 Menschen getötet. Die Behörden sprechen von einer Terrorbande. Aktivisten berichten von Repressalien gegen Uiguren.

Immer wieder ethnische Konflikte: Kashgar in der Region Xinjiang.


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Bei Zusammenstössen in der Provinz Xinjiang im Westen Chinas sind nach amtlichen Angaben mindestens 21 Menschen getötet worden. Unter den Toten in der von ethnischen Unruhen geprägten Region seien 15 Behördenvertreter und Polizisten sowie sechs der Angreifer, teilte die Regierung von Xinjiang mit. Sie sprach nach dem Vorfall nahe der Stadt Kashgar von einer «terroristischen Bande», die Anschläge geplant habe. In Xinjiang gibt es seit Jahren Spannungen zwischen der Minderheit der turkstämmigen muslimischen Uiguren und der Bevölkerungsmehrheit der Han-Chinesen.

Die Behörden teilten zunächst nicht mit, ob Uiguren in den Vorfall verwickelt waren. Auch blieb offen, welcher Ethnie die Toten unter den mutmasslichen Angreifern angehörten. Der Sprecher des in Deutschland ansässigen Weltkongresses der Uiguren, Dilxat Raxit, sagte, die Repressionen gegen Uiguren in und um Kashgar hätten zugenommen. Die in die Zusammenstösse verwickelten Uiguren hätten keiner Terrororganisation angehört. «Die Behörden benutzen immer solche Kategorien, um den Einsatz von Waffen zu rechtfertigen», sagte Raxit in einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AP.

In Haus festgehalten und getötet

Der jüngste Zusammenstoss nahm gestern Nachmittag seinen Lauf, nachdem drei Beamte in der Ortschaft Selibuya in der Nähe der Stadt Kashgar eine Gruppe Verdächtiger mit Messern gemeldet hatte. Die Beamten seien in einem Haus festgehalten und später getötet worden, hiess es in der Mitteilung. Eintreffende Polizisten seien überraschend angegriffen worden.

Ein uigurischer Aktivist zweifelte die offizielle Zahl der Toten an. Seinen Informationen zufolge soll die Polizei den Zusammenstoss noch geschürt haben, indem sie bei einer illegalen Wohnungsdurchsuchung auf einen Jugendlichen geschossen habe. Unter den 15 Toten auf staatlicher Seite befanden sich Polizeiangaben zufolge zehn Uiguren, drei Han-Chinesen und zwei Angehörige der mongolischen Minderheit.

Der jüngste Zwischenfall war mit 21 Toten der schwerste seit Monaten in Xinjiang. Bei Ausschreitungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen waren 2009 fast 200 Menschen in der Provinzhauptstadt Urumqi ums Leben gekommen. Seitdem brachte die Polizei aufkeimende Gewalt zwischen beiden Ethnien schnell unter ihre Kontrolle. Nach Angaben von Aktivisten geht die Polizei generell schnell gegen Uiguren vor. Festnahmen erfolgten oft, ohne dass ein Prozess folge. (mrs/bru/AP)

Erstellt: 24.04.2013, 09:09 Uhr

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