Afghanischer Soldat schiesst auf Briten

Ein Mitglied der afghanischen Armee hat das Feuer gegen drei britische Soldaten eröffnet.

Keine einfache Zusammenarbeit: Afghanische Soldaten werden von einem Mitglied der britischen Armee ausgebildet.

Keine einfache Zusammenarbeit: Afghanische Soldaten werden von einem Mitglied der britischen Armee ausgebildet. Bild: Keystone

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Ein abtrünniger afghanischer Soldat hat am Dienstag im Süden des Landes drei britische NATO-Soldaten getötet und vier weitere verletzt. Er feuerte eine Panzerabwehrrakete in die Gruppe und flüchtete anschliessend, wie ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums mitteilte. Der Vorfall ereignete sich am frühen Morgen in der Provinz Helmand. Was den Soldaten zu der Bluttat bewogen haben könnte, war zunächst völlig unklar. Die NATO und die afghanischen Streitkräfte leiteten eine gemeinsame Untersuchung ein.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai schickte unverzüglich ein Kondolenzschreiben an die britische Regierung und brachte sein Bedauern zum Ausdruck. NATO-Befehlshaber David Petraeus betonte, dass die Soldaten der internationalen Schutztruppe ISAF und die afghanischen Streitkräfte Seite an Seite gegen die Taliban und andere Extremisten kämpfen. «Wir müssen sicherstellen, dass das Vertrauen zwischen unseren Truppen ungetrübt bleibt, um unsere gemeinsamen Feinde zu besiegen», appellierte der US-General.

«Ein Kriegsgebiet»

Auch der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) äusserte sich betroffen über den Tod der britischen Soldaten. «Natürlich sind auch von unserer Seite die Gedanken bei den Angehörigen», sagte er der Nachrichtenagentur DAPD am Rande seines Besuches des Zentrums für Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz.

Vor einer Bewertung müsse man abwarten, was wirklich passiert sei. Klar sei aber, «dass wir uns in Afghanistan in einem Gebiet befinden, das durchaus auch als Kriegsgebiet bezeichnet wird», sagte Guttenberg weiter. Es gehe es darum, unter allen Umständen zu vermeiden, dass es zum Beschuss durch verbündete Einheiten, dem «friendly fire», komme. «Das haben wir ja selbst schon erlebt», fügte der Minister hinzu. (jak/dapd)

Erstellt: 13.07.2010, 12:25 Uhr

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