Auf wundersame Weise vom Virus verschont

Bisher ist in Indonesien kein Fall von Coronavirus bekannt. Das wirft Fragen auf.

Gemeldet wurden bisher keine Ansteckungen mit dem Coronavirus. Am Flughafen in Palembang tragen Sicherheitskräfte dennoch Gesichtsmasken. Foto: Sigid Prasetya (Barcroft)

Gemeldet wurden bisher keine Ansteckungen mit dem Coronavirus. Am Flughafen in Palembang tragen Sicherheitskräfte dennoch Gesichtsmasken. Foto: Sigid Prasetya (Barcroft)

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Es klingt, als vereine der Staat die Inseln der Seligen. Jakarta hat bislang keinen einzigen Coronavirus-Fall gemeldet. Ganz anders als die umliegenden Staaten, wo es Dutzende Erkrankte gibt. Thailand, Malaysia, Philippinen, Singapur, keines dieser Länder blieb verschont, weshalb Experten den angeblichen Null-Befund in Indonesien besonders verblüffend finden.

Es wächst die Sorge, dass sich längst Menschen auch in Indonesien infiziert haben, die Fälle womöglich aber gar nicht erst aufgedeckt werden. Indonesiens Gesundheitssystem weist jenseits der grossen Städte und auf entlegenen Inseln überall gewaltige Lücken auf.

Nur «Gerüchte»

Gesundheitsminister Terawan Agus Putranto stemmt sich gegen solche Skepsis und versichert, sein Land habe nichts zu verbergen. Inzwischen wurde jedoch bekannt, dass ein chinesischer Tourist aus Wuhan, der sich vom 22. bis zum 28. Januar noch auf Bali aufgehalten hatte, nach dem Rückflug nach Shanghai positiv auf das Virus getestet wurde, wie die «Jakarta Post» berichtete. Das Blatt beruft sich auf eine offizielle Quelle in China, indonesische Behörden wiegelten indes ab und nannten den Fall ein «Gerücht».

Die Sorgen konzentrieren sich nicht allein, aber vor allem auch auf die beliebte Ferieninsel Bali, wo seit Januar einige Tausend chinesische Touristen wegen annulierter Flüge festsitzen.

Einige scheinen sogar froh darüber zu sein, denn es erspart ihnen erst einmal die Rückkehr in die Virengebiete der Heimat. Chinesische Urlauber stellen nach den Australiern die zweitgrösste Touristen-Gruppe auf der tropischen Vulkaninsel, die auch gerne von US-Amerikanern und Europäern angesteuert wird.

Erstellt: 13.02.2020, 19:28 Uhr

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