Burmas Regierung räumt Niederlage ein

Die oppositionelle Partei NLD von Aung San Suu Kyi erlangt wohl einen Erdrutsch-Sieg. Die Friedensnobelpreisträgerin tritt aber auf die Euphoriebremse.

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Die oppositionelle Nationalliga für Demokratie (NLD) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat sich am Morgen nach der historischen Parlamentswahl in Burma siegesgewiss gezeigt. Die Regierungspartei räumte derweil ihre Niederlage ein.

«Wir haben verloren», sagte der amtierende Chef der Solidaritäts- und Entwicklungspartei, Htay Oo, den Nachrichtenagenturen dpa und Reuters. Seine Partei werde den Ausgang der ersten freien Wahl seit 25 Jahren akzeptieren. Offizielle Ergebnisse der Abstimmung vom Sonntag liegen zwar noch nicht vor, doch deuten vorläufige Resultate auf einen deutlichen Sieg der NLD von Suu Kyi hin.

«Zu früh, um zu gratulieren»

Man rechne mit 70 Prozent der Sitze, sagte NLD-Sprecher Win Htein am Montagmorgen. Er verwies zugleich darauf, dass die Wahlkommission dies noch nicht bestätigt habe. Diese wollte erst am Abend erste Ergebnisse präsentieren.

«Es ist zu früh, unseren Kandidaten zu gratulieren, aber ihr habt sicher alle eine Vorstellung, wie die Ergebnisse aussehen», sagte Aung San Suu Kyi am Morgen vom Balkon der Parteizentrale in Rangun, wo sich Tausende Anhänger nach der Wahl versammelt hatten. Niemand solle aber herumprahlen, das verletze die Gefühle der Verlierer.

Hoffnung auf Neubeginn

Die 70-jährige hofft, durch einen Sieg ihrer NLD den demokratischen Neubeginn in Burma besiegeln zu können. Die Partei hatte bereits 1990 die Parlamentswahl deutlich gewonnen, das Militär weigerte sich aber, das Ergebnis anzuerkennen. Suu Kyi musste daraufhin 20 Jahre im Hausarrest verbringen.

Vor vier Jahren wurde die Militärherrschaft im ehemaligen Burma beendet und die Macht an eine formal zivile Regierung unter dem ehemaligen Junta-Führer General Thein Sein übertragen. Mit Hochspannung wird nun darauf geblickt, ob das Militär im Falle seiner Wahlniederlage tatsächlich die Macht vollständig an eine demokratisch gewählte Regierung abtritt. (chk/sda/AP)

Erstellt: 09.11.2015, 04:30 Uhr

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