Das Klima macht noch keinen Flüchtling

Schlappe für einen Mann, der als erster Klimaflüchtling der Welt in Neuseeland aufgenommen werden wollte: Er und seine Familie fallen nicht unter die Flüchtlingskonvention.

Durch Erosion und starke Stürme gefährdet: Die Insel Kiribati. (Archiv)

Durch Erosion und starke Stürme gefährdet: Die Insel Kiribati. (Archiv) Bild: Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Mann aus dem Pazifikinselstaat Kiribati hat in Neuseeland keine Chance, als erster Klimaflüchtling der Welt anerkannt zu werden. Das stellte das oberste Zivil- und Strafgericht des Landes in Auckland fest. Ioane Teitiota wollte unter Berufung auf die UNO-Flüchtlingskonvention gegen die Ablehnung seines Flüchtlingsantrags durch ein Einwanderungstribunal vorgehen.

Die Konvention biete Personen Schutz, die etwa auf Grund von Rasse, Religion, Nationalität oder Überzeugung verfolgt würden. «Jemand, der ein besseres Leben sucht, indem er den empfundenen Folgen des Klimawandels entflieht, ist nicht eine Person, [...] auf die die Konvention zutrifft», hielt der Richter in dem Urteil fest. Das wirtschaftliche Umfeld sei in Kiribati womöglich weniger attraktiv als in Neuseeland. «Aber der Antragsteller wäre bei einer Rückkehr individuell keiner Verfolgung ausgesetzt.»

Teitiotas Anwalt argumentierte, Teitiota und seine Frau fürchteten um die Gesundheit ihrer drei Kinder, wenn sie nach Kiribati zurückkehren müssten. Die tiefliegenden Inseln sind durch Erosion infolge starker Stürme gefährdet. Salzwasser dringt in die Brunnen ein. Der Mann war mit einem befristeten Arbeitsvisum nach Neuseeland gekommen, nach dessen Ablauf aber nicht zurückgekehrt. Die Einwanderungsbehörde will ihn abschieben. (ami/sda)

Erstellt: 26.11.2013, 06:37 Uhr

Artikel zum Thema

«Wir haben keine Zukunft in Kiribati»

Der Pazifikstaat Kiribati ist vom Klimawandel bedroht. Der 37-jährige Ioane Teitiota will nun der weltweit erste anerkannte Klimaflüchtling werden – in Neuseeland. Mehr...

So wird Klimapolitik bedeutungslos

Analyse Die Konferenz in Warschau zeigt einmal mehr: Die stockende internationale Klimapolitik bildet längst nicht mehr die reale Welt ab. Nationale Klimapläne sind oft fortschrittlicher – doch das reicht nicht. Mehr...

Das Tessin liegt praktisch am Meer

Hintergrund Würde alles Eis schmelzen, stiege der Meeresspiegel dramatisch an. «National Geographic» hat für dieses Szenario eine neue Weltkarte angefertigt. Und die ist eindrücklich. Mehr...

Bildstrecke

Die zehn typischen Opfer des Klimawandels

Die zehn typischen Opfer des Klimawandels Die Internationale Gemeinschaft für Umweltschutz hat eine rote Liste mit zehn bedrohten Spezies veröffentlicht.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Er braucht ein gutes Gleichgewicht: Ein Gaucho reitet in Uruguay ein Rodeo-Pferd. (17. April 2019)
(Bild: Andres Stapff) Mehr...