Die verlorene Tochter

Raudhatul ist das indonesische Mädchen, das als tot gegolten hat und 10 Jahre nach dem Tsunami wiederauftauchte. Aber vielleicht ist diese Geschichte zu schön, um wahr zu sein.

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Das Kind sitzt auf einem Plastikstuhl und blickt auf den Boden, als wollte es dort unten das Leben der Ameisen erforschen. Nur selten schaut die 14-Jährige auf. Es ist, als würde sie gar nicht wahrnehmen, was um sie herum geschieht. Als habe sie sich eingesponnen in einen Kokon, an dem alles abprallt.

Um das Mädchen kreisen an diesem Nachmittag in der Provinzhauptstadt Banda Aceh zwei indonesische Fernsehteams. Reporter, Kameramänner, Kabelträger. Sie würden gerne mehr hören aus seinem Mund. Kann es nicht erzählen, was geschehen ist? Doch das Mädchen schweigt. Seine Augen sehen müde aus. Zuerst hat sie jahrelang niemand beachtet, jetzt drängeln sich alle um sie. Nur einen Satz drückt das Mädchen hervor, als es sich den Fragen der Fernsehreporter nicht mehr entziehen kann. «Es ist schön, wieder in meiner Familie zu sein.» An seinen Namen kann sich das Mädchen nicht erinnern. Was es sonst noch weiss von früher, sagt es nicht.

Neben dem Kind sitzt Frau Jamaliah, und sie spricht viel. «Ich bin glücklich, dass Gott uns wieder mit unserem Kind vereint hat», sagt die 42-jährige Indonesierin. «Das ist ein wahres Wunder.» Raudhatul heisst die verlorene Tochter. Die Frau schliesst das Kind jetzt in ihre Arme und drückt es fest. Und ihr Ehemann muss auch noch mit aufs Bild. Die Kameraleute sind zufrieden, sie bekommen, was sie brauchen.

230'000 Tote

Fast zehn Jahre sind vergangen, seitdem der Tsunami in Südostasien wütete. Mehr als 230 000 Tote hat die Katastrophe gefordert, die meisten starben im Norden Sumatras. Nun sind wieder Bilder aus Aceh um die Welt gegangen. Sie erzählen nicht mehr von Verwüstung und Tod wie 2004. Sie erzählen diese wundersame, nahezu unfassbare Geschichte vom wiedergefundenen Kind. Mutter Jamaliah berichtet, sie habe ihre tot geglaubte Tochter wiedergefunden. Zehn Jahre verschollen und plötzlich wiederaufgetaucht. Staunen erfasst Indonesien und die Welt. Freude macht sich breit, dass es so etwas gibt.

In all der Begeisterung aber geht eine wesentliche Frage unter: Wie war das alles möglich? Wer sich auf die Spuren dieses stillen Mädchens begibt, reist in entlegene Dörfer an der Westküste Acehs. Man begegnet Fischern und Lastwagenfahrern, Müllsammlern und Kaffeeverkäufern, Schneiderinnen und Minenarbeitern. Und je länger man seine Erkundungen fortsetzt, umso mehr zeichnet sich ab: Die Geschichte, die vor einigen Tagen um die Welt ging, ist eine halbe Geschichte. Tatsächlich ist das Schicksal des Mädchens so geheimnisvoll, dass man gar nicht weiss, ob die ganze Wahrheit jemals ans Licht kommen wird.

Von Banda Aceh, wo das Fernsehen eine glückliche Familie filmt, führt die Reise an die abgelegene Westküste Sumatras. Eine enge Passstrasse windet sich durch die bewaldeten Berge hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter. Heftige Regenschauer erschweren die Fahrt. Dann zieht sich die Strasse Hunderte Kilometer den Strand entlang, immer nach Süden. Rechts liegt der Ozean wie ein riesiges schwarzes Brett, seine Wellen rollen in dieser Nacht sanft auf den Strand.

Die Strasse ist eng, aber gut, die Amerikaner finanzierten den Bau, nachdem der Tsunami alles zerstört hatte. Acht Stunden dauert die Reise, dann biegt man ein in das Fischerdorf Susoh. Hier hat das stille Mädchen angeblich die vergangenen acht Jahre lang gelebt. Vor dem blauen Tor zum Hafen biegt der Weg nach rechts, und bald ist eine kleine hölzerne Hütte erreicht, eingewachsen mit dichtem Grün. Die Bretter sind schief, es ist eine ärmliche Behausung. Hier wohnte lange eine lokale Grossmutter namens Sarwani, sie hat das Kind grossgezogen. Aber was weiss das Mädchen über die tödliche Welle? Kann es sich an etwas erinnern? Es hat darüber in Banda Aceh nicht gesprochen und wird es einige Tage später, beim zweiten Treffen, auch nicht tun.

In Susoh trug das Kind einen anderen Namen. Hier hiess es nicht Raudhatul, sondern Wenniati. Die Leute haben das Mädchen oft herumlaufen sehen. Es sammelte nach der Schule den Müll ein, zusammen mit seiner alten Pflegemutter Sarwani. Die Fischer von Susoh haben nicht viel. Aber wer den Müll aufsammelt, ist noch ärmer als alle anderen.

Frau Sarwani, die wie viele Indonesier nur einen Namen trägt, wird an diesem Tag noch von den Fernsehteams in Banda Aceh gefilmt. Doch zwei Strassen weiter, in einem der neuen Häuser, wohnt Frau Maryam. Sie ist eine Tochter der alten Müllsammlerin. Und auch sie hat sich lange um Wenniati gekümmert. Sie erzählt, wie ihr Schwager Bustamil eines Tages mit dem Mädchen angekommen sei. Er habe das Waisenkind von den Banyak-Inseln mitgebracht, erzählte er. Und die Familie sollte sich fortan um das Kind kümmern.

Die Banyak-Inseln liegen viel weiter südlich vor der Küste, allein bis zum Fährhafen braucht man mit dem Auto ­einen Tag. Niemals aber habe Bustamil erzählt, dass dieses Kind eine Überlebende des Tsunamis sei, versichert die Schwägerin Maryam. Davon habe sie nichts gewusst. Auch die Pflegemutter Sarwani, die man später spricht, will davon nichts erfahren haben.

So lebte Wenniati jahrelang im Dorf Susoh, sie kam dort in die erste Klasse und fiel zweimal hintereinander durch. Die Schule registrierte sie unter dem Jahrgang 2000. Demnach ist sie heute 14. Aber sie geht erst in die vierte Klasse. Und sie benimmt sich auch eher wie eine 10-Jährige. Wenig gesprochen habe Wenniati schon immer, sagt Frau Maryam. Von früher habe sie nie etwas erzählt. Sie war so still und verschlossen, wie sie es heute noch ist.

Das Mädchen bleibt stumm

Würde das Mädchen sprechen, würde sich diese Geschichte schnell aufklären. Aber so, wie die Dinge liegen, ist alles kompliziert. Man tastet sich von einer Begegnung zur nächsten, sammelt Namen und Daten, überprüft Informationen. Man gräbt in der Vergangenheit und hofft, dass sich irgendwann die Umrisse eines Bildes abzeichnen. Der Weg eines verschollenen Mädchens. Die Geschichte von Raudhatul.

Vier Strassen weiter lebt Herr Zainuddin, der zum Tee in sein Haus einlädt. Er bittet auf den grünen Teppich, an der orange gestrichenen Wand prangt ein gerahmtes Foto von den Pilgern in Mekka. Herr Zainuddin raucht unablässig, während die Frauen im Haus Essen und Getränke auftragen. «Das alles kann ich noch gar nicht fassen», sagt Herr Zainuddin. So lange habe er im selben Dorf wie dieses Mädchen gelebt, er hat es sogar aus der Ferne manchmal gesehen, wie es Blechdosen und Plastik aus der Gosse fischte. Und doch hat er es all die Jahre nicht erkannt. Aber dann hatte er einen seltsamen Traum, in dem er das Mädchen wiederfand. Und dann kam der 25. Juni, der alles veränderte.

An diesem Tag also geht Herr Zainuddin hinunter zur Hauptstrasse, um Telefoneinheiten für sein Handy zu kaufen. Neben dem Geschäft liegt der Kiosk der Witwe Rosmani, die Kaffee verkauft. An diesem Tag sieht Herr Zainuddin, wie sie mit dem Mädchen spricht, das sehr glücklich aussieht. Es ist der letzte Schultag, und Wenniati ist dieses Mal nicht durchgefallen. Das Mädchen macht öfters halt bei Frau Rosmani. Die Frau vom Kiosk steckt ihm manchmal Bonbons zu oder ein paar Rupiah. Sie fühlt mit dem Kind, weil es keine Eltern mehr hat.

Als ein Kunde fragt, wer denn dieses Mädchen sei, sagt Frau Rosmani: «Das ist Wenniati, eine Überlebende des Tsu­namis.» Herr Zainuddin hört das Gespräch mit einem Ohr mit und blickt hin­über. Er sieht dem Mädchen ins Gesicht. Und da habe er es plötzlich wiedererkannt, sagt er. «Ich sah sie plötzlich klar vor meinen Augen. Dies war die Tochter meiner Schwester.»

Aber wie konnte das sein? Raudhatul, seine Nichte, ging damals in Meulaboh verloren, einer Stadt, die drei Autostunden nördlich von hier liegt. Ausserdem kam dieses Mädchen, das sie Wenniati nennen, von den Banyak-Inseln, was noch weiter weg ist. Herr Zainuddin kramt alte Fotos hervor und ruft seine Schwester an, die nun an der Ostküste Sumatras lebt. Das Meer im Westen, wo der Tsunami tobte, will sie nicht mehr sehen. Der Bruder berichtet von seiner Entdeckung, die Schwester weint am Telefon. Er soll so schnell wie möglich ein Foto machen und schicken, sagt sie. Als sie das Bild auf ihrem Handy sieht, bricht sie zusammen. Ihr Mann bekommt heftige Magenkrämpfe. Sie haben keinen Zweifel mehr. Das Foto zeigt Raudhatul, ihre Tochter.

Was auffällt an all den Erzählungen in Susoh: Nur die Kioskbesitzerin Rosmani scheint zu wissen, dass das Kind eine Überlebende des Tsunamis ist. Als man sie fragt, wie sie darauf komme, sagt sie: «Bustamil hat es mir erzählt.» Das ist der Taucher, der das Kind vor Jahren nach Susoh brachte. Er reist viel. Ihn muss man finden, um weiterzukommen. Denn vielleicht weiss er mehr darüber, wie das Kind den Tsunami überlebt hat und auf die Banyak-Inseln gekommen ist.

Doch Bustamil ist nicht hier, und man hört, dass er im Streit liegt mit der Familie. Nur seine Telefonnummer ist zu bekommen. Als man ihn anruft, sagt der Mann: «Das Mädchen ist keine Überlebende des Tsunamis. Ja, sie ist ein Waisenkind, das stimmt. Aber sie stammt von den Banyak-Inseln. Tatsächlich ist sie meine Nichte.» Ausserdem bestreitet Bustamil, dass er der Frau vom Kiosk jemals erzählt habe, Wenniati habe den Tsunami überlebt.

Irgendjemand lügt

Es ist dieses nächtliche Telefonat, das nun die ganze Geschichte vom wiedergefundenen Kind ins Wanken bringt. Nur eine Version kann richtig sein. Irgendjemand sagt in diesem Drama nicht die Wahrheit. Nirgendwo in den Medien ist davon bislang die Rede gewesen, weil offenbar niemand mit Bustamil geredet hat. Vielleicht ist das Wunder von Aceh auch zu schön, um es gleich wieder anzuzweifeln. So kurz vor dem 10. Jahrestag, wenn alle Welt wieder nach Aceh blicken wird.

Als man Frau Jamaliah später mit den Widersprüchen konfrontiert, schluckt sie und sagt: «Ich bin sicher, dass dies mein Kind ist. Mütter haben einen Instinkt, und der kann nicht irren.» Auch ihr Mann, Septi Rangkuti, hat keinen Zweifel. «Hätten wir es beim ersten Treffen nicht gespürt, wenn es anders wäre?», fragt Frau Jamaliah.

Man merkt, wie schmerzhaft es für sie ist, über die Zweifel zu sprechen. Sollten sie das Kind schon wieder verlieren? Daran wollen sie gar nicht denken, aber weil Bustamil eine andere Geschichte erzählt und behauptet, das Kind sei seine Verwandte, entwickelt sich Streit. Bald schon wird sich deswegen das ganze Dorf Susoh versammeln und beraten. Wenn ein Kind die Familie wechseln soll, dann hat die Gemeinde mitzureden, so ist das hier in Aceh. Und wenn sich Zweifel aufbauen, wer das Mädchen tatsächlich ist, kann sich das lange hinziehen.

Es gibt in diesem Fall also mehr Fragen als Antworten: Kann es sein, dass sich Frau Jamaliah irrt? Dass ihre Sehnsucht als Mutter so stark ist, dass dieses Mädchen einfach ihre Tochter sein muss? Und was treibt den Taucher Bustamil? Widerspricht er jetzt nur, weil er Geld möchte, wie manche im Dorf vermuten? Sicher ist: Zwischen dem Verschwinden der Tochter Raudhatul am 26. Dezember 2004 und dem Auftauchen des Mädchens Wenniati in Susoh liegen mindestens ein bis zwei Jahre. Ein grosses Loch klafft in dieser Geschichte, und es ist nicht wahrscheinlich, dass es sich jemals füllen lässt.

Falls das Mädchen den Tsunami überlebt hat, bleibt sein weiterer Weg im Dunkeln. Keiner weiss, wie es von seinem zerstörten Heimatort Meulaboh auf die Banyak-Inseln gekommen ist, die 250 Kilometer weiter südlich liegen. Dass es sich an ein Stück Holz klammerte und dort irgendwann angeschwemmt wurde, gilt als unmöglich. Also müsste es jemand gefunden und mitgenommen haben. Aber noch ist niemand aufgetaucht, der dies bestätigt.

Im Dorf erwähnen manche einen Trucker, der einmal etwas über Wen­niati erzählt habe. Wie sie damals angeblich nach Banyak kam. Aber es ist nicht mehr als ein Gerücht. Ein Kontakt zu diesem Mann ist nicht zu finden. So verliert sich diese Spur.

Die Familie von Frau Jamaliah ist indessen noch einmal nach Meulaboh gereist. Dort lebten sie, als der Tsunami auf die Küste traf. Es ist nicht leicht für sie an diesem Ort, wo mehr als 30 000 Menschen starben. Ihr altes Haus ist wieder aufgebaut. Und sie haben noch einmal einen Sohn bekommen, der nach dem Tsu­nami geboren wurde. Dennoch wollen sie hier nicht mehr leben, denn der Mann würde das nicht schaffen. Früher war Herr Rangkuti Elektriker, nun ist er arbeitslos, weil er mit dem Trauma nicht fertig wird. Er ist ein rastloser Mann, seine Hände zittern. Er raucht eine Zigarette nach der anderen. «Hätte ich sie nur festhalten können», sagt der 52-Jährige. Damals, als das Wasser kam.

Es ist kurz vor acht Uhr morgens, als die Erde am 26. Dezember 2004 bebt. Viele springen erschrocken ins Freie. Sie fürchten, dass noch weitere Erdstösse nachkommen. Andere gehen zurück in ihre Häuser. Plötzlich schreit einer aus dem oberen Stockwerk. «Da drüben kommt das Wasser.» Da springt die Familie zur Hintertür hinaus, auf ihr Motorrad. Vater, Mutter und die drei Kinder, alle auf einem Sitz. So fahren sie los, aber sie kommen nicht weit. In der Blang Pulo Road verschluckt sie die Flut. Die Welle, die Meulaboh an diesem Tag zerstört, sie ist sechs Meter hoch.

Die Mutter kommt mit dem ältesten Sohn wieder hoch, der Vater mit dem zweiten Sohn und mit Raudhatul, der kleinen Tochter. Er schiebt die beiden Kinder auf ein treibendes Holz und schwimmt neben ihnen her. Aber dann ist die Strömung zu stark, er kann sich nicht mehr festhalten. So reisst das Wasser die Kinder davon.

Wie lange der Vater im Wasser treibt, weiss er nicht. Irgendwann schafft er es, sich auf ein Hausdach zu ziehen, wo er liegen bleibt. Und Frau Jamaliah? Auch sie klammert sich fest. Gut, dass sie dieses Stück Holz erwischt hat, denkt sie, denn sie kann nicht gut schwimmen. Eine Weile hält sie sich daran fest. Aber plötzlich bewegt sich das vermeintliche Holz und schwimmt davon. Sie hat sich am Körper eines grossen Warans festgehalten. «Es ist absurd, aber dieses Tier hat mein Leben gerettet», erinnert sie sich. «Ein Krokodil!» Dann lacht sie bitter, dass es fast wie ein Weinen klingt.

Einige Stunden später, als das Wasser an jenem Tag weicht, findet die Frau ihren Mann wieder. Auch der älteste Sohn hat überlebt. Aber die vierjährige Tochter und der siebenjährige Sohn sind verschwunden. Sie suchen sie überall. In Spitälern, in Lagern, unter den Leichen zwischen den Trümmern. Doch sie finden ihre Kinder nicht mehr.

Sie will auch den Sohn finden

Dass sie nun, neuneinhalb Jahre später, in dem Mädchen ihre Tochter wiederzuerkennen glaubt, macht der Mutter Mut und Hoffnung. Sie glaubt, dass sie auch den verschollenen Sohn finden kann. Aber erst einmal muss sie fertigwerden mit dem Streit um das Mädchen. Wo würde es denn lieber wohnen, bei Frau Jamaliah oder ihrer Pflegemutter? Das Kind zögert, dann antwortet es: «Ich will bei beiden leben.» Das könnte gelingen, denn die Familie hat gesagt, dass die Pflegemutter aus Susoh jetzt auch ihre Oma sei. Sie könnten sie zeitweise bei sich aufnehmen, sodass Wenniati beide Frauen um sich hat. Die 62-Jährige hat offenbar nichts dagegen, denn das Leben als Müllsammlerin ist hart. Sie kann selbst Hilfe gebrauchen.

Aber das räumt die Zweifel nicht aus. Frau Jamaliah hat deshalb entschieden: «Wir wollen einen DNA-Test machen, damit uns die Menschen glauben, dass sie unsere Tochter ist.» Und einen DNA-Test will auch Bustamil, der Mann, der alles ins Wanken gebracht hat. Die Wahrheit über das stille Mädchen von Aceh – sie ist jetzt nur noch im Labor zu finden.

Am Abend geht das Ehepaar noch einmal die Strasse hinunter, wo die Welle sie packte. Sie nehmen Raudhatul mit, weil sie sehen wollen, ob sie sich an irgendetwas erinnert. Alles ist hier wieder aufgebaut, Mopeds knattern die Blang Pulo Road entlang, man kann kaum die Strasse überqueren. Zwischen den Häusern liegt ein sumpfiges Grundstück, in der Mitte steht ein Baum. Dahinter leuchtet die Kuppel der Moschee. Hier ist es passiert.

Der Vater tritt nervös von einem Bein auf das andere, er ist nicht gerne hier. Die Mutter fragt jetzt das Kind: «Kennst du diesen Ort?» Zweimal fragt sie, erst dann antwortet das Kind: «Ich weiss es nicht.» Dann senkt es den Blick auf den Boden. Es ist müde und möchte wieder fort von hier.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.08.2014, 21:40 Uhr

Herr Rangkuti


Vater

Frau Sarwani


Pflegemutter


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