Ex-CIA-Frau erklärt das Jahr der Geheimdienst-Pannen

Lindsay Moran war Spionin. Im grossen Interview spricht sie über Fehler auf Missionen, Honigfallen und One-Night-Stands im Dienst.

«Eine hübsche junge Frau ist der einfachste und effizienteste Weg, einen Mann zu manipulieren – besonders einen über 50»: Lindsay Moran.

«Eine hübsche junge Frau ist der einfachste und effizienteste Weg, einen Mann zu manipulieren – besonders einen über 50»: Lindsay Moran. Bild: James Kegley

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Sie waren Agentin bei der CIA. Was war Ihre erste Reaktion nach dem Anschlag auf Sergei Skripal?
Ob so einer grausamen Tat kann man eigentlich nur schockiert sein. Einen alten Mann zu vergiften und mit ihm seine Tochter – das ist wohl eine der niederträchtigsten Formen der Rache. Wie kann jemand so etwas tun?, fragt man sich. Und trotzdem bin ich nicht überrascht. So macht man das seit Jahren. Schon während des Kalten Kriegs haben die Russen Doppelagenten auf grausamste Art und Weise hingerichtet.

Ging es darum, Skripal unschädlich zu machen? Er soll ja zuletzt ein häufiger Gast bei europäischen Geheimdiensten gewesen sein …
Skripal war für die Russen längst keine Bedrohung mehr. Als Quelle war er verbrannt. Er kam bereits 2010 frei, als die USA und Russland gefangene Agenten austauschten. Davor war er sechs Jahre in einem russischen Arbeitslager. Er hatte also schon lange keinen Zugang mehr zu geheimen Informationen oder aktiven Operationen. Er weiss natürlich immer noch, wie der Apparat funktioniert – aber das wissen wir auch.

Dann war es Rache?
Es ist vor allem eine Warnung an alle aktiven Spione: Wenn ihr überlauft, werden wir euch erwischen. Und falls ihr jemals wieder freikommt, erwartet euch und eure Familien ein schreckliches Schicksal. So machen es nicht nur die Russen, sämtliche Geheimdienste statuieren Exempel. In den USA wandern Doppelagenten für eine sehr lange Zeit ins Gefängnis.

Die 49-jährige Amerikanerin Lindsay Moran hat an der Eliteuniversität Harvard studiert und in Bulgarien Englisch unterrichtet. 1997 bewirbt sie sich für einen Job als Agentin beim US-­Geheimdienst CIA, 1998 beginnt sie ihre Spionageausbildung. Ihr erster Ausland­einsatz führt sie 2000 nach Skopje, Mazedonien – und mitten in den albanischen Aufstand. Nach fünf Jahren verlässt sie die CIA – unter anderem, weil sie den Irakkrieg verurteilt. Sie schreibt ein Buch über ihre Erfahrungen bei der CIA und arbeitet seither gelegentlich als Expertin in Sicherheitsfragen für TV-Sender wie CNN, ABC oder Fox. Heute enthüllt Moran Umweltskandale für eine Non-Profit-Organisation. Bild: James Kegley

Das hat man Ihnen früh klargemacht?
Nicht so direkt. Aber wir wurden darauf trainiert, zu erkennen, wenn ein gegnerischer Spion versucht, uns umzudrehen. Und es gab ein Protokoll, wie in einem solchen Fall zu reagieren ist.

Und?
Man lässt den gegnerischen Spion immer ausreden, um möglichst viel Informationen zu erhalten. Dann lehnt man deutlich ab und sagt, dass man den Vorfall den Vorgesetzten meldet – um klarzumachen, dass man damit später nicht unter Druck gesetzt werden kann.

War die Mission Skripal ein Erfolg?
Natürlich kann man sagen, das Ziel sei gewesen, beide zu töten. Das hätte vielleicht noch mehr Eindruck gemacht. Aber eigentlich spielt das keine Rolle.

«Spionage lebt von Menschen – und Menschen machen Fehler.»

Und was ist mit der ganzen Publizität? Nach dem Anschlag tauchten Bilder der Täter auf, ihr Weg von Russland nach Salisbury wurde detailliert nachgezeichnet. Was lief da schief?
Das kann man sich schon fragen. War die Entdeckung Absicht? Im Stil von: Seht her, was wir mit Verrätern machen. Waren Amateure am Werk? Oder waren die Agenten nachlässig? In Wahrheit ist es wohl einfach schwieriger geworden, solche Aktionen unentdeckt auszuführen. Wir hinterlassen viel mehr Spuren als früher.

Dank der Kamerabilder haben zwei Medienportale die Identität der Agenten ermittelt. Ihre falschen Pässe trugen dicht aufeinanderfolgende Nummern, Wohnadressen und Fahrzeugunterlagen verwiesen auf das Hauptquartier des russischen Militär-Geheimdienstes GRU.
Das sind eindeutig operationelle Mängel. Allerdings kommt das häufiger vor, als man denkt. Es gab vor ein paar Jahren einen Fall innerhalb der CIA: Ein grosses Team sollte einen Ägypter, der in Italien Asyl erhalten hatte, unbemerkt nach Kairo schaffen. Die Agenten reisten unter falschem Namen nach Mailand und waren im Hotel auch so registriert. Aufgeflogen sind sie, weil einer sich im Hotel die Treuepunkte auf sein echtes Konto gutschreiben lassen wollte. Spionage lebt von Menschen – und Menschen machen Fehler. Ausser vielleicht die beim israelischen Geheimdienst Mossad. Von denen gibt es keine derartigen Geschichten.

Also hatten die Russen einfach Pech?
Man muss sich überlegen, wer überhaupt bereit ist, eine solche Mission zu übernehmen. Wenn meine Chefs mit so etwas auf mich zugekommen wären –ich hätte mich geweigert. Und viele meiner Kollegen ebenso. Das wird beim russischen Geheimdienst nicht anders sein. Dann kommt eben eher ein grobschlächtiger Ex-Militär zum Zug, der weniger Skrupel und dafür auch weniger Fingerspitzengefühl hat. Und vielleicht auch keine gute Tarnung.

Es ist schon fast ein Muster: Nur wenige Wochen nach dem Anschlag auf Skripal wurden vier russische Agenten beim Versuch verhaftet, den Hauptsitz der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag zu infiltrieren. Ihre nächste Mission hätte der Schweiz gegolten – dem OPCW-Labor in Spiez, das Proben des Skripal-Giftes analysierte.
Ja, das ist unglaublich. Wie konnten sie sich bloss erwischen lassen? Ich kann es mir nur so erklären, dass sie die niederländischen Sicherheitsmassnahmen komplett unterschätzt haben. Oder aber die Mission wurde völlig überhastet durchgeführt, ohne saubere Planung.

«Gemessen an den Angriffen auf die USA sind die Russen derzeit extrem erfolgreich.»

Ein Agent trug eine Taxiquittung bei sich für die Fahrt vom Moskauer GRU-Hauptquartier an den Flughafen. Auf einem Laptop fand man Spuren, die auf einen Angriff auf den Kongress der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) in Lausanne vom September 2016 hindeuten. Und die Handys waren zwar neu, aber das erste Mal aktiviert wurden sie in unmittelbarer Nähe des GRU-Hauptquartiers.
Eine Grundregel im Geschäft lautet: Hinterlasse keine Spuren. Die Agenten haben keine der üblichen Vorsichtsmassnahmen getroffen. Vielleicht, weil bei den früheren Aktionen immer alles glattlief. Die Russen haben die Tendenz, die kontinentaleuropäischen Geheimdienste zu unterschätzen. Das könnte ihnen zum Verhängnis geworden sein.

Ist es ein Zeichen der Schwäche, dass so viele russische Geheimdienstoperationen auffliegen?
Nein, im Gegenteil. Gemessen an den Angriffen auf die USA sind die Russen derzeit extrem erfolgreich. Mit einer breit abgestützten Aktion haben sie nicht nur alles dafür getan, dass Präsident Trump gewählt wird. Russische Hacker und Bots haben auch sehr erfolgreich Angst und Misstrauen gesät. Sie haben etwas geschafft, das weitaus schlimmeren Gegnern wie dem IS oder al-Qaida nie gelungen ist: Osama Bin Laden hat davon geträumt, die US-­Gesellschaft in ihren Grundfesten zu erschüttern und zu zerstören.

Wenn Trumps Wahl wirklich Resultat einer russischen Verschwörung war: Wäre es nicht effizienter, sie wäre geheim geblieben?
Vielleicht ist der Erfolg in den USA ja ein Teil der Erklärung für den liederlichen Umgang mit dem Spionage-Handwerk in Europa. Eine gewisse Überheblichkeit, die dazu führte, dass die Agenten nachlässig wurden. Oder sie sind so damit beschäftigt, die Stabilität in den USA zu unterwandern, dass sie den Grundregeln zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Oder es ist eine Machtdemonstration: Schaut her, niemand kann uns stoppen. Für jede Operation, die auffliegt, gibt es 10 bis 15 andere, von denen wir nichts erfahren. Die russische Spionage erlebt gerade eine Blütezeit, wie es sie nicht einmal während des Kalten Kriegs gab.

«Die CIA-Ausbildung hat aus mir ein Chamäleon gemacht.»

Woran liegt das?
Unter Putin nimmt die Aggressivität, mit der Russland spioniert, seit Jahren zu. Kein Wunder, er ist ehemaliger KGB-Agent. Ich bin auch seit Jahren nicht mehr bei der CIA, aber was ich dort gelernt habe, prägt mich bis heute: Ich überprüfe automatisch, ob ich verfolgt werde. Ich habe einen analytischen Blick auf alles, und wenn ich jemanden für mich gewinnen will, erstelle ich im Geist ein Psychogramm. Ich kann mich unbemerkt unter Demokraten mischen, unter Republikaner, unter reiche Leute oder unter arme Leute. Ein Teil davon hat mit meinem Charakter zu tun, aber das meiste ist auf meine CIA-Ausbildung zurückzuführen: Sie hat aus mir ein Chamäleon gemacht.

Putin ist bis heute Spion geblieben?
Seine Art, zu regieren und Ziele zu erreichen, ist immer noch sehr stark geprägt davon. Andere Präsidenten haben vielleicht eher einen diplomatischen Ansatz. Eine der Konsequenzen ist, dass Russland auch nach dem Kalten Krieg viel in die Geheimdienste investiert hat und bis heute ein sehr aktives Spionage-Netzwerk unterhält. Das wurde gerade jüngst wieder klar, als der Fall eines pensionierten Obersts des österreichischen Bundesheers publik wurde, der offenbar 30 Jahre lang für die Russen gearbeitet hat. Wieso um Himmels willen braucht Russland heute noch eine Quelle in Österreich? Das Land stellt ja keine Bedrohung dar für Putin. Das ist ja auch eine Geldfrage. Keine Quelle arbeitet gratis. 300'000 Euro soll der Oberst erhalten haben.

Die USA spionieren ja auch nicht nur im Feindesland.
Stimmt. Die CIA hat eine globale Präsenz – auch dort, wo wir Verbündete haben. Diplomatie ist wichtig. Aber wir wollen wissen, worüber Angela Merkel wirklich spricht, wenn sie am Handy telefoniert. Das ist die Welt der Spione.

«Es gibt viele, die glauben, dass Edward Snowden nicht bloss ein aufgebrachter Mitarbeiter der CIA war.»

Wie hat sich diese Welt in den letzten Jahren verändert?
Die Cyberspionage hat alles umgekrempelt. Die Geschwindigkeit, mit der Operationen ausgeführt werden, ist viel höher. Die Arbeit mit menschlichen Quellen funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Sammle Informationen über einen Menschen, finde seine Schwachstellen und seine Motivation. Und dann nutze sie aus, um dein Ziel zu erreichen. Wenn man weiss, wie jemand tickt, kann man ihn auch manipulieren. Früher dauerte es Wochen, wenn nicht gar Monate oder Jahre, bis man eine Person zur Quelle entwickelt hatte. Mit den sozialen Medien sind alle Informationen plötzlich einfach da.

Werden klassische Agentinnen, wie Sie eine waren, überflüssig?
Ja und nein. Einerseits gibt es nichts Wertvolleres als eine menschliche Quelle im innersten Kreis der Macht. Das ist mehr wert als tausend Cyberoperationen. Andererseits tut sich mit dem Aufstieg der Analysten und Hacker innerhalb der Geheimdienste auch eine ganz neue Zielgruppe auf. Ein Beispiel ist Edward Snowden.

Sie sagen, Snowden war Doppelagent?
Das werden wir wohl nie erfahren. Es gibt viele, die glauben, dass Snowden nicht bloss ein aufgebrachter Mitarbeiter der CIA war, der glaubte, es sei seine Pflicht als Bürger, die Abhörprogramme öffentlich zu machen. Sondern ein russischer Maulwurf. Dazu passt, wo er schliesslich landete – in Moskau.

Und was glauben Sie?
Ich weiss es nicht. Aber er wäre genau die Art Person gewesen, die ich versucht hätte anzuwerben: Er hatte Zugang zu wertvollen Informationen, ist ausserordentlich klug und hat vergeblich versucht, in den klandestinen Dienst zu wechseln. Darum war er verbittert und fühlte sich bei der Arbeit unterschätzt. Gut möglich, dass ein russischer Agent sich mit ihm anfreundete und das Potenzial erkannte. Darum bin ich überzeugt, dass es auch in Zukunft Agenten geben wird, die Quellen suchen und anwerben. Dass das funktioniert, sieht man an der aktuellen US-Regierung.

Wie meinen Sie das?
Bei Donald Trump ist man sich in Geheimdienstkreisen ja mittlerweile sicher, dass Putin etwas gegen ihn in der Hand haben muss – sei es nun auf finanzieller oder persönlicher Ebene. Aber darüber hinaus gehe ich davon aus, dass mindestens jemand aus seinem innersten Kreis von den Russen rekrutiert worden ist.

Wieso?
Trump hat CIA-Agenten öffentlich mit Nazis verglichen und die Einschätzungen von CIA und FBI wiederholt ignoriert. Wenn der US-Präsident öffentlich sein Misstrauen gegenüber seinen Geheimdiensten bekundet, können wir uns unseren Feinden gleich ergeben. Trump präsentiert seine Schwachstellen und Motivationen für alle Welt sichtbar.

Das mag alles richtig sein, aber wieso braucht es dafür einen Maulwurf?
Es ist einfach schwer vorstellbar, dass hinter allem nur Ignoranz oder Naivität steckt. Da war etwa das Treffen von Donald Trump Jr. mit der russischen Anwältin, das berühmte Trump-Tower-Meeting während des Wahlkampfs, bei dem es um belastendes Material gegen Hillary Clinton ging. Dass Jared Kushner und Paul Manafort das bei der Prüfung für ihre Sicherheitsfreigabe nicht deklariert haben – so was gabs noch nie.

«Es ist egal, ob Sie Ihren Freund betrügen. Wichtig ist, ob man Sie mit diesem Wissen erpressen kann.»

Warum ist das so schlimm?
Ich habe schon mehrere Hintergrundchecks absolviert, und ich habe auch schon andere überprüft. Es geht nicht primär darum, herauszufinden, ob jemand von einem ausländischen Dienst kontrolliert wird, sondern ob jemand anfällig dafür ist. Das wird man zum Beispiel, wenn man sich erpressbar macht. Der Hintergrundcheck ist also keine moralische Prüfung. Dem Prüfer ist es egal, ob Sie Ihren Freund betrügen. Wichtig ist nur, ob man Sie mit diesem Wissen erpressen kann.

Wäre es nicht auch denkbar, dass die Russen absichtlich Spuren legen? Dass also alles nur ein grosser Bluff ist?
Natürlich – das können wir nicht ausschliessen. Aber wohin führt uns dieser Gedanke? Die Spuren haben Untersuchungen ausgelöst, die zumindest zeitweise den ganzen Staatsapparat vereinnahmt und das Land in seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt haben.

Was halten Sie von der neuen Anna Chapman – der russischen Spionin Maria Butina, die in den USA mit den Behörden kooperiert?
Eine vermeintliche russische Studentin, die mit US-Politikern anbandelte. Ohne das Internet und die sozialen Medien wäre sie wohl kaum aufgeflogen. Sie hinterliess einfach zu viele Spuren.

Ein Fall spielt in der Residenz des Schweizer Botschafters in Washington, im September 2016, also kurz vor der Wahl des US-Präsidenten. Die damals 27-jährige Butina soll Jeffrey Gordon umgarnt haben, der Trump in Sicherheitsfragen beriet.
Anstatt sich unauffällig zu verhalten, veröffentlichte Butina auf Facebook aufreizende Fotos von sich mit automatischen Waffen oder mit Politikern. So, wie die hübsche Rothaarige daherkommt, glaube ich nicht, dass sie eine Eliteausbildung erhalten hat. Sie wurde wohl viel eher vom russischen Geheimdienst angeworben, um Männer mit Zugang zu Macht zu verführen.

Ist dies das übliche Vorgehen?
Sogenannte Honigfallen gehören zum Geschäft. Vor allem, weil das so unglaublich gut funktioniert. Eine hübsche junge Frau ist der einfachste und effizienteste Weg, einen Mann zu manipulieren – besonders einen über 50. Mittfünfziger mit schütterem Haar werden nicht misstrauisch, wenn sich eine scharfe junge Russin an sie ranmacht. Natürlich können auch Frauen Opfer werden. Aber ich bin überzeugt, die einflussreiche Demokratin Nancy Pelosi würde Verdacht schöpfen, wenn ein heisser russischer Jüngling sie anbaggerte.

Waren Sie selbst auch einmal Köder?
Wenn wir wissen, dass ein älterer russischer General ein Faible hat für jüngere Frauen, schickt die CIA sicher nicht Lindsay Moran, eine Agentin mit zwei Abschlüssen einer Eliteuniversität. Sondern wir suchen ihm eine junge Frau seines Typs und bringen ihr bei, was sie wissen muss. Agenten ist es streng verboten, mit Quellen anzubandeln. Sie müssen jede Beziehung zu einem Ausländer deklarieren – ausgenommen One-Night-Stands. Nach dem ersten Date musste ich mir also jedes Mal die Frage stellen: Ist er den ganzen Papierkram wert?

Erstellt: 28.12.2018, 06:49 Uhr

Und jetzt? Gespräche zum Jahreswechsel

Zum Jahreswechsel unterhalten wir uns mit 13 Interviewpartnern über das, was die Schweiz und die Welt bewegt. Zu Beginn der Gespräche steht immer ein Bild aus dem vergangenen Jahr. Und unsere Frage: Was wird jetzt daraus?


  • 22. Dezember Tony Blair über den Brexit und die Gefahr aus China

  • 24. Dezember Deville und Elsener über Macht und Ohnmacht der Satire

  • 27. Dezember Philipp Hildebrand über die Gefahren eines Handelskriegs

  • 28. Dezember Lindsay Moran über das Handwerk des Spionierens

  • 29. Dezember Herfried Münkler über Deutschland nach Merkel

  • 31. Dezember Steven Pinker über die rosige Zukunft der Menschheit

  • 3. Januar Axel Weber über das Verhältnis der Schweiz zur EU

  • 4. Januar Jay Rosen über Trump und die Fehler der Medien

  • 5. Januar Granit Xhaka und Lia Wälti über den Doppeladler und die Folgen

  • 7. Januar J. Badran und T. Aeschi über die Schweiz im Wahljahr 2019

Ein russischer Giftanschlag am helllichten Tag

Der 4. März 2018 ist ein besonderer Tag im Leben von Sergei Skripal. Seine Tochter ist zu Besuch aus Russland. Der 67 Jahre alte ehemalige britisch-russische Doppelagent führt die 33-jährige Julia an seinem Wohnort in Salisbury zum Lunch ins Restaurant Zizi aus, danach brechen die beiden bewusstlos auf einer Parkbank zusammen – sie wurden vergiftet.

Grossbritannien mobilisiert die Antiterroreinheit, 180 militärische Experten werden für die Untersuchung nach Salisbury abkommandiert. Das militärische Nervengift namens Nowitschok lenkt den Verdacht schnell auf einen Anschlag russischen Ursprungs, was Präsident Wladimir Putin vehement bestreitet. Die Folge ist eine diplomatische Krise: Zwei Dutzend Staaten weisen rund 150 russische Diplomaten aus, Russland zieht mit der gleichen Zahl Landesverweise nach. Sergei Skripal und seine Tochter überleben den Anschlag. Der unachtsam entsorgte Giftgasbehälter – es ist ein Parfümfläschchen – bringt fast vier Monate später aber eine unbeteiligte Frau um. (aba)

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