Geheime Einheit versteckt Syriens C-Waffen

Einer Zeitung zufolge versucht Assad seine C-Waffen zu verstecken. Derweil kam ans Licht, dass das Regime in Baida und Banias «eine der schlimmsten Massenexekutionen» seit Beginn des Konflikts verübte.

Zerbombt: Ein Mann läuft durch die zerstörte Stadt Saraqib. (9. September 2013)

Zerbombt: Ein Mann läuft durch die zerstörte Stadt Saraqib. (9. September 2013) Bild: AFP

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Die syrische Regierung hat ihre Chemiewaffenbestände nach einem Zeitungsbericht auf bis zu 50 Orte im Land verteilen lassen. Eine geheime Einheit der Streitkräfte sei mit der Verlegung der Bestände und von Munition beauftragt worden, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf Regierungsbeamte aus den USA und dem Nahen Osten.

Die Quellen sagten der Zeitung, die Verteilung der Waffen könne einen etwaigen US-Militärschlag erschweren und stelle infrage, ob Damaskus seine C-Waffenbestände wirklich vernichten lassen wolle. Das «Journal» berichtete, die Spezialeinheit «Unit 450» sei schon seit Monaten damit beschäftigt, die Giftgas-Bestände im Land zu verteilen. Inzwischen gebe es fast zwei Dutzend Hauptlager, an denen die Waffen aufbewahrt würden. Hinzu kämen Dutzende kleinere Lager in allen Landesteilen. Dessen ungeachtet gingen US- und israelische Geheimdienste davon aus, dass sie wüssten, wo die meisten Chemiewaffen aufbewahrt würden, schrieb die Zeitung.

Massenexekution in Baida und Banias

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der syrischen Armee ein Massaker mit 248 Toten vorgeworfen. Assads Truppen hätten Anfang Mai in den Dörfern Baida und Banias «eine der schlimmsten Massenexekutionen» seit Beginn des Syrien-Konflikts verübt. Möglicherweise liegt die Zahl der Toten noch weit höher, wie aus einem heute veröffentlichten HRW-Bericht hervorgeht. Die Führung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad sei für die Gewalt zur Rechenschaft zu ziehen, forderte die Organisation.

Über die Vorgänge in Baida und Bania hatte Anfang Mai bereits die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet. Damals hiess es, laut Augenzeugen hätten Regimetruppen in Baida 50 Personen getötet. Die Zahl der Toten könnte aber 100 überschreiten. Es seien Hinrichtungen vorgenommen worden.

Die staatliche Nachrichtenagentur hatte dagegen Anfang Mai berichtet, die Armee habe «Terroristen» getötet und Waffen in mehreren Dörfern in der Umgebung der Küstenstadt Banias sichergestellt.

Die Bewohner aus der Umgebung von Banias sind überwiegend Alawiten und gehören somit derselben islamisch-schiitischen Glaubensrichtung an wie Machthaber Assad. Im Süden der Stadt gibt es aber mehrere Dörfer, die von sunnitischen Muslimen bewohnt sind. Der Aufstand gegen das Assad-Regime wird im wesentlichen von Sunniten getragen. (kle/sda)

Erstellt: 13.09.2013, 09:03 Uhr

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