Hunderttausende gegen Peking

511 Menschen wurden in Hongkong bei Protesten gegen die politische Bevormundung aus China verhaftet.

Setzen sich gegen den Einfluss aus China zur Wehr: Demonstranten in Hongkong werden abgeführt. (2. Juli 2014)

Setzen sich gegen den Einfluss aus China zur Wehr: Demonstranten in Hongkong werden abgeführt. (2. Juli 2014) Bild: AFP

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Bei den prodemokratischen Protesten in Hongkong sind am Mittwoch in den frühen Morgenstunden 511 Teilnehmer festgenommen worden. Die Aktivisten sassen vor dem Amtssitz von Regierungschef Leung Chun Ying und riefen nach mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungsregion.

Den Festgenommenen werde illegale Versammlung und Behinderung der Polizei vorgeworfen, berichtete die Polizei. Unter ihnen waren drei oppositionelle Hongkonger Abgeordnete. Die nächtlichen Protestaktionen folgten auf die grosse Demonstration am Vortag, dem Jahrestag der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie 1997 an China.

Einige Demonstranten gaben ihren Protest auch freiwillig auf, andere wiederum hielten den Sicherheitskräften stundenlang stand. Ein Polizeivertreter sagte, wer noch bei der Protestaktion sei, werde wegen «Behinderung und Gefährdung von Verkehrsteilnehmern» sowie Teilnahme an einer unerlaubten Versammlung festgenommen.

(Video: Storyful/ mrupsidedowncat)

Am Dienstag hatten Hunderttausende Menschen mit Bannern und Sprechchören in der chinesischen Sonderverwaltungszone gegen eine Beschneidung ihrer Freiheitsrechte durch die kommunistische Führung demonstriert. Die Demokratiekundgebung in Hongkong findet seit der Übergabe der früheren britischen Kolonie an China im Jahr 1997 jedes Jahr am 1. Juli statt.

In den vergangenen Tagen hatten sich zum Ärger Pekings knapp 800'000 Einwohner Hongkongs und damit fast ein Viertel der Wahlberechtigten an einer informellen Volksabstimmung über mehr Demokratie beteiligt. Hongkong geniesst seit der Rückgabe an die Volksrepublik China einen besonderen Autonomiestatus. Dieser gewährt Bürgerrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit; demokratische Wahlen sind allerdings nicht erlaubt.

Die chinesische Regierung betrachtet das Referendum als illegal. Zwar versprach die kommunistische Führung, den Nachfolger des derzeitigen Verwaltungschefs Leung Chun Ying im Jahr 2017 vom Volk wählen zu lassen. Die Kandidaten sollen jedoch von Peking ausgesucht werden. (chk/sda)

Erstellt: 02.07.2014, 05:20 Uhr

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