Die islamistische Wut richtet sich nun gegen Buddhisten

In Bangladesh starteten Tausende Muslime einen zerstörerischen Feldzug: Fünf buddhistische Tempel und zahlreiche Häuser wurden niedergebrannt. Auslöser soll ein Foto auf Facebook sein.

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Tausende Muslime haben in Bangladesh wegen eines angeblich den Koran beleidigenden Fotos auf Facebook buddhistische Tempel und Häuser niedergebrannt. Rund 25'000 Menschen hätten heute unter den Rufen «Gott ist gross» im buddhistischen Viertel der Stadt Ramu sowie in umliegenden Orten Tempel und Häuser angegriffen, sagte ein Polizist.

Insgesamt seien mindestens fünf Tempel und hundert Häuser, darunter auch Geschäfte, in Flammen aufgegangen. Angeblich soll ein Buddhist aus der südöstlichen Region in dem sozialen Netzwerk Facebook ein den Koran diffamierendes Foto eingestellt haben. Der Mann, der für die Publikation des Fotos verantwortlich sei, ist inzwischen von den Sicherheitskräften in Sicherheit gebracht worden, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtet, dass darauf ein brennender Koran abgebildet war.

Im Konflikt mit Burma

Die Behörden riefen Armee und Grenzschützer zur Verstärkung in die rund 350 Kilometer von der Hauptstadt Dhaka entfernte Region und verhängten ein Versammlungsverbot. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte ein Polizeisprecher, dass die Lage mittlerweile wieder unter Kontrolle sei. Das Gebiet grenzt an das mehrheitlich buddhistische Burma, wo seit Juni bei Ausschreitungen gegen die muslimische Minderheit der Rohingya mindestens 80 Menschen getötet und Zehntausende Muslime in die Flucht getrieben wurden.

Die Stimmung unter den Muslimen in Bangladesh war in den letzten Tagen sehr aufgebracht. Als Auslöser der sehr gewalttätigen Proteste gilt der umstrittene Mohammed-Film, der unter den Muslimen weltweit Empörung erntete. (mrs)

Erstellt: 30.09.2012, 12:19 Uhr

Neue Proteste gegen Mohammed-Film

In Pakistan haben am Sonntag abermals Tausende Menschen gegen den antiislamischen Schmähfilm demonstriert. Rund 5000 Menschen hätten an der Kundgebung in der Stadt Karachi teilgenommen, sagte Polizeisprecher Nasir Lodhi. Einige der Demonstranten verbrannten US-Flaggen und forderten eine Bestrafung der in den USA lebenden Filmemacher, der Protestmarsch endete aber friedlich. (dapd)

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