Japans Premier fordert neue AKW

Trotz der Atomkatastrophe von Fukushima will der neue japanische Ministerpräsident Shinzo Abe wieder Atomkraftwerke zulassen. Die modernen Reaktoren seien viel sicherer.

«Wir werden sie mit der Zustimmung, die wir vom japanischen Volk erhalten haben, bauen»: Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe zu Besuch im Unglückswerk Fukushima Daiichi. (29. Dezember 2012)

«Wir werden sie mit der Zustimmung, die wir vom japanischen Volk erhalten haben, bauen»: Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe zu Besuch im Unglückswerk Fukushima Daiichi. (29. Dezember 2012) Bild: AFP

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Japan brauche Kernkraftwerksneubauten, sagte Shinzo Abe bei einem Besuch des AKW Fukushima Daiichi. Die neuen Reaktoren würden sich komplett von denen im Unglückswerk unterscheiden. «Wir werden sie mit der Zustimmung, die wir vom japanischen Volk erhalten haben, bauen», sagte Abe am Montag weiter.

Seine liberaldemokratische Partei (LDP) hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, mit der Atompolitik der Vorgängerregierung zu brechen, die das Land nach der Fukushima-Katastrophe unabhängiger vom Atomstrom machen wollte. Abe hatte vor der Wahl die Ansicht vertreten, Japan könne sich aus wirtschaftlichen Gründen den Ausstieg aus der Atomkraft nicht leisten. Es war jedoch das erste Mal seit seinem offiziellen Amtsantritt am Mittwoch, dass er sich klar für den Bau neuer Atomreaktoren aussprach.

«Solch einen Unterschied sollten wir berücksichtigen»

«Fukushima Daiichi war nicht in der Lage, die Energiequelle zu sichern, nachdem der Tsunami die Gegend getroffen hatte, aber das Atomkraftwerk Fukushima Daini war dazu in der Lage», sagte Abe mit Bezug auf das zehn Kilometer südlich vom Unglücksreaktor gelegene Kernkraftwerk. «Solch einen Unterschied sollten wir berücksichtigen.»

Die LDP hatte die Wahlen nach drei Jahren in der Opposition Mitte des Monat deutlich gewonnen. Am vergangenen Mittwoch wählte das Parlament Abe erneut zum Regierungschef. Der Rechtskonservative war bereits von 2006 bis 2007 japanischer Premier. (rub/sda)

Erstellt: 31.12.2012, 11:00 Uhr

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