Kim provoziert erneut mit Raketentest

Nordkorea hat mit einem mutmasslichen Raketenstart die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. «Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren», so die Reaktion aus Japan.

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Nordkorea hat offenbar erneut eine ballistische Rakete gestartet. Der Test erfolgte nahe der Stadt Wonsan an der Ostküste – das Geschoss landete später in den Gewässern der japanischen Wirtschaftszone, teilten Regierungsmitarbeiter aus Japan und Südkorea am Montag mit. Der südkoreanische Generalstab meldete, es habe sich vermutlich um eine Rakete vom Typ Scud gehandelt, die rund 450 Kilometer geflogen sei. Japan kritisierte den Test.

«Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren», sagte der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga. Das Land kritisiere die Tests in der stärksten Form. Das Geschoss sei in den Gewässern der japanischen Wirtschaftszone gelandet, so Suga. Zunächst habe es keine Berichte über Schäden an Flugzeugen oder Schiffen in dem Gebiet gegeben.

«Bemerkenswert» verbessert

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In rief eine Sitzung des Sicherheitskabinetts ein, um über den jüngsten Vorfall zu beraten. Von der staatlich kontrollierten, nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA gab es zunächst keine Stellungnahme. Diese hatte zuvor jedoch einen Bericht veröffentlicht, nach dem Machthaber Kim Jong-un einen erfolgreichen Start eines Waffensystems gegen Luftfahrzeuge überwacht habe. Demnach soll Kim gesagt haben, dass sich die Fähigkeiten des Systems, Ziele aufzuspüren und zu verfolgen, «bemerkenswert» verbessert hätten.

Neben diversen ballistischen Raketenstarts hat Nordkorea im vergangenen Jahr im Januar und September zwei Atomtests vorgenommen. Experten schätzen, dass Nordkorea bereits fähig ist, seine Kurzstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen auszustatten. Der genaue Status des Waffenprogramms des Landes ist unklar.

US-Festland ist das Ziel

Ultimatives Ziel von Pyongyang ist es, eine Langstreckenrakete mit nuklearem Sprengkopf zu entwickeln und damit US-Festland treffen zu können. Davon ist Nordkorea laut Experten zwar noch mehrere Jahre entfernt. Doch jeder Test bringt Pyongyang näher an sein Ziel heran.

Für die neuen Präsidenten in den USA und in Südkorea sowie ihre Verbündeten dürfte die Bedrohung aus Pyongyang die wohl grösste aussenpolitische Herausforderung ihrer jeweiligen Amtszeiten werden. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump arbeitet noch an einer politischen Strategie im Umgang mit Nordkoreas Atomprogramm. Der neue Präsident in Seoul, der Liberale Moon Jae In, hatte signalisiert, ein Zivilprogramm zum Nachbarn auszubauen. Doch Analysten sagen, dies werde er vermutlich nicht weiter verfolgen, da Nordkorea bei der Entwicklung seines Nuklearprogrammes bereits zu weit gegangen sei.

G-7 deklariert Nordkorea als Top-Priorität

Beim jüngsten Gipfel der sieben führenden Industrienationen am Wochenende sei vereinbart worden, Nordkorea als eine Top-Priorität für die internationale Gemeinschaft zu behandeln, sagte Japans Regierungschef Shinzo Abe wenige Stunden nach dem neuerlichen Raketentest Nordkoreas. «In Zusammenarbeit mit den USA werden wir gezielte Massnahmen ergreifen, um Nordkorea abzuschrecken», kündigte Abe an. In Washington erklärte das Präsidialamt, US-Präsident Donald Trump sei über den jüngsten Test unterrichtet worden. (foa/dapd)

Erstellt: 29.05.2017, 02:59 Uhr

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