Mindestens 38 Tote bei Bombenanschlag in Pakistan

Sprengsatz in Auto deponiert: Eine Explosion nahe einer Polizeiwache in Peshawar hat mindestens 38 Menschen das Leben gekostet. Mehr als hundert wurden verletzt.

Bild der Zerstörung: Der Ort des Anschlags in Peshawar. (29. September 2013)

Bild der Zerstörung: Der Ort des Anschlags in Peshawar. (29. September 2013) Bild: AFP

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Bei einem Bombenanschlag im Nordwesten Pakistans sind am Sonntag mindestens 38 Menschen getötet worden. Der Sprengsatz explodierte auf dem belebten Kissa-Khwani-Markt in der Provinzhauptstadt Peshawar. Rettungskräfte zählten zudem mehr als 100 Verletzte.

Die Explosion habe sich nahe einer Polizeiwache ereignet, doch scheine sie nicht das Ziel gewesen zu sein. Vielmehr richtete sie sich wohl gegen den Markt, sagte der Leiter des Bombenräumkommandos, Shafqat Malik. Die Indizien deuteten darauf hin, dass es sich um eine ferngezündete Autobombe handelte. Diese müsse aus mehr als 200 Kilogramm Sprengstoff und Metallteilen bestanden haben.

Viele der Verletzten schwebten in Lebensgefahr, teilte ein örtliches Spital mit. Unter den Toten seien acht Kinder und fünf Frauen. Mehrere Autos und Gebäude fingen nach der Explosion Feuer. Augenzeugen berichteten über schreckliche Szenen am Tatort. Viele Opfer seien schwer verstümmelt worden.

Dritter Anschlag innerhalb von sieben Tagen

Es war bereits der dritte schwere Anschlag in Peshawar innerhalb einer Woche. Die Stadt liegt nahe der Stammesgebiete, die als Rückzugsgebiet islamistischer Aufständischer wie der Taliban sowie des Terrornetzwerks al-Qaida gelten.

Erst am Freitag waren in in der Hauptstadt der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa bei einem Bombenanschlag auf einen Bus mit Mitarbeitern der Regierung 18 Menschen getötet worden. Am vergangenen Sonntag hatte es zudem bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in Peshawar 82 Tote gegeben.

Untergruppe der pakistanischen Taliban bekennt sich zu Anschlag

Zu dem Anschlag bekannte sich eine zu den pakistanischen Taliban gehörende Gruppe. Anschläge auf Christen waren bisher verhältnismässig selten in Pakistan. In der Folge gab es landesweite Proteste von Christen, die besseren Schutz durch die Regierung forderten.

Die Anschläge überschatten Bemühungen der pakistanischen Regierung um Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban. In der Vergangenheit wurden Anschläge in Peshawar mehrfach von Tätern mit Verbindungen zum islamistischen Terrornetzwerk al-Qaida verübt.

Tote bei US-Drohnenangriff auf mutmassliche Extremisten

Bei einem US-Drohnenangriff in der halbautonomen Stammesregion an der Grenze zu Afghanistan wurden derweil mindestens drei mutmassliche Extremisten getötet. Aus Sicherheitskreisen hiess es, der Angriff habe sich gegen ein Gebäude im Gebiet von Dargamandi gerichtet, sieben Kilometer nördlich von Miranshah, der grössten Stadt im Stammesgebiet Nord-Waziristan.

Ein Geheimdienstmitarbeiter gab die Zahl der Toten mit vier an. Die pakistanische Regierung hat mehrfach gegen US-Drohnenangriffe protestiert, bei denen auch immer wieder Zivilisten getötet werden. (mw/wid/sda)

Erstellt: 29.09.2013, 19:17 Uhr

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