Nordkorea nennt Trump einen «dementen Alten»

Pyongyang warnt vor neuem Krieg der Worte. Trumps Aussagen hätten in Nordkorea eine Hasswelle gegen die USA ausgelöst.

Das Verhältnis des US-Präsidenten und Nordkoreas Diktator ist angespannt. Foto: Dong-A Ilbo/Getty Images

Das Verhältnis des US-Präsidenten und Nordkoreas Diktator ist angespannt. Foto: Dong-A Ilbo/Getty Images

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Der Ton zwischen den USA und Nordkorea wird wieder schärfer. Mit teils bissigen Bemerkungen kritisierte die nordkoreanische Vizeaussenministerin Choe Son Hui am späten Donnerstagabend Äusserungen von US-Präsident Donald Trump.

Dieser hatte zuletzt in Anspielung auf den Atomstreit mit Nordkorea von einer möglichen Anwendung militärischer Gewalt gesprochen und Machthaber Kim Jong Un abermals als «Raketenmann» bezeichnet. Fielen solche Ausdrücke erneut mit Absicht, «müsste dies wirklich als seniler Rückfall eines dementen Alten» gedeutet werden, wurde Choe von den Staatsmedien zitiert. Trumps Worte hätten «eine Hasswelle unserer Bürger gegen die USA» ausgelöst.

Nordkorea werde ebenfalls zu «harschen Worten gegen die USA» greifen: Vizeaussenministerin Choe Son Hui. (11. Juni 2018) Foto: Seong Joon Cho/Getty Images

Choe warnte vor einer Rückkehr zum Krieg der Worte, den sich beide Seiten vor zwei Jahren geliefert hätten. Sollten Trumps Bemerkungen eine geplante Provokation gewesen sein und nicht bloss ein verbaler Ausrutscher, werde dies als gefährliche Herausforderung aufgefasst. Um dem zu begegnen, werde Nordkorea ebenfalls zu «harschen Worten gegen die USA» greifen.

Säbelrasseln auf beiden Seiten

Trump hatte Kim am Dienstag beim Nato-Gipfel in London aufgerufen, sein Versprechen der atomaren Abrüstung einzuhalten. Er habe jedoch eine gute Beziehung zu Kim, sagte Trump. «Wir werden sehen, was passiert.» Die USA hätten das mächtigste Militär. «Hoffentlich müssen wir das nicht einsetzen, aber wenn wir müssen, werden wir es einsetzen.»

Derzeit wächst die Besorgnis, dass die Spannungen im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm wieder deutlich zunehmen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea sind seit dem gescheiterten Gipfeltreffen Trumps mit Kim im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen. Die Führung in Pyongyang hatte einseitig eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Bis dahin solle Washington neue Vorschläge auf den Tisch legen. (sda)

Erstellt: 06.12.2019, 08:57 Uhr

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