Pakistan nimmt Anführer von Protesten gegen Asia Bibi fest

Die Festnahme des Chefs der pakistanischen Islamistenpartei TLP hat wiederum neue Proteste ausgelöst.

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Pakistans Behörden haben am Samstag hunderte Unterstützer eines radikalen Klerikers festgenommen, die gegen dessen Inhaftierung protestierten.

Stunden nach der Festnahme des Chefs der Islamistenpartei Tehreek-e-Labaik (TLP), Khadim Hussain Rizvi, seien mehr als 300 seiner Anhänger in der Provinz Punjab inhaftiert worden, um «die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten», teilte die Polizei mit. Rizvis Partei hatte die Proteste gegen den Freispruch der Christin Asia Bibi vom Vorwurf der Gotteslästerung angeführt.

Am frühen Samstag gab es in der südlichen Hafenstadt Karatschi Zusammenstösse zwischen pakistanischen Paramilitärs und Demonstranten. In einem am Freitag veröffentlichten Video rief ein hochrangiger TLP-Funktionär erneut zu Protesten auf. Die Polizei habe dutzende Partei-Mitarbeiter in Karachi und Lahore festgenommen, sagte Pir Afzal Qadri in seiner Videobotschaft.

Rizvi sei von der Polizei vor einer für Samstag in Islamabad geplanten Kundgebung in «Schutzhaft» genommen und in ein «Gästehaus» gebracht worden, erklärte der pakistanische Informationsminister Fawad Chaudhry. Es handle sich dabei um eine Massnahme zur «Sicherung des öffentlichen Lebens, Eigentums und der Ordnung».

Die Festnahme habe nichts mit dem Prozess gegen Bibi zu tun, versicherte der Minister. «Das Gesetz soll seinen Lauf nehmen und es kann nicht Einzelnen überlassen werden», fügte er hinzu.

30 Tage in Gewahrsam

Die Provinzregierung in Punjab teilte mit, der Geistliche bleibe für 30 Tage in Gewahrsam. Es gebe «glaubhafte» Informationen, dass er Recht und Ordnung beeinträchtigen könnte. In alle grösseren Städten der Provinz wurden Polizeieinheiten entsandt, um jegliche «störenden Vorfälle» zu vermeiden. Politische Zusammenkünfte wurden verboten.

Der Fall der Christin Bibi hatte international für Aufsehen gesorgt. Sie wurde vor acht Jahren wegen angeblicher Gotteslästerung in Pakistan zum Tode verurteilt und sass seitdem in Haft.

Zwar hob das Oberste Gericht des Landes Ende Oktober das Todesurteil auf und sprach sie von allen Vorwürfen frei, doch konnte sie wegen massiver Proteste von Islamisten ihre Heimat bisher nicht verlassen. Deutschland ist als mögliches Aufnahmeland für die Christin im Gespräch. (nag/sda)

Erstellt: 24.11.2018, 13:12 Uhr

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