Putin lässt vier Kriegsschiffe vor Australien auffahren

Vor der Küste Australiens kreuzt ein mächtiger Flottenverband auf, kurz bevor in Brisbane der Gipfel der G-20-Staaten stattfindet. Die Beziehungen zwischen Australien und Russland sind ohnehin schon gespannt.

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Muskelspiele vor dem G-20-Gipfel: In einer neuen Machtdemonstration hat Russland vier Kriegsschiffe seiner Pazifikflotte vor die Nordküste Australiens verlegt. Die australische Navy schickte zwei Fregatten und ein Flugzeug. Man beobachte die Lage, teilte das Verteidigungsministerium in Canberra mit.

Der russische Verband besteht nach Angaben des «Sydney Morning Herald» aus dem Flaggschiff der russischen Pazifikflotte, dem Kreuzer «Varyag», dem Zerstörer «Marschal Schaposchnikow», einer Fregatte und einem Versorgungsschiff. Sie kreuzen ausserhalb des australischen Hoheitsgebiets östlich der Nordostspitze Australiens.


Der rote Kreis markiert nach Angaben des «Sydney Morning Herald» die ungefähre Position des russischen Flottenverbands. (Karte: Google Maps)

Innerhalb der rechtlichen Normen

Das australische Verteidigungsministerium gibt sich gelassen. «Die Bewegung dieser Schiffe steht völlig im Einklang mit den Vorschriften der internationalen Gesetze, wonach sich Militärschiffe in internationalen Gewässern frei bewegen können», teilte das Ministerium mit. Es sei auch nicht das erste Mal, dass Russland bei Gipfeltreffen mit seiner Marine präsent sei.

Aussenministerin Julie Bishop sagte dazu, Russland sei wie andere Länder auch dazu berechtigt und bewege sich wie vorgeschrieben in internationalen Gewässern. Nach ihrer Einschätzung befragt, ob es sich um eine Machtdemonstration Russlands handle, sagte sie, Russland sei ein «bedeutendes Land mit einer bedeutenden Marine». Das käme der Überlegung gleich, ob auch Australien Macht demonstriere, wenn seine Schiffe vor Südostasien oder im Nordpazifik aufkreuzten.

Am kommenden Samstag beginnt das Treffen der 20 Industrie- und Schwellenländer (G-20) in der australischen Küstenstadt Brisbane. Auch der russische Präsident Wladimir Putin wird bei dem zweitägigen Gipfel erwartet.

«Mehr als nur eine subtile Machtdemonstration»

Der ehemalige australische Militärchef Peter Leahy meinte jedoch gegenüber dem «Australian», die russischen Schiffe seien «mehr als nur eine subtile Machtdemonstration». Oppositionsführer Bill Shorten wertete die Schiffe als Ablenkung von Russlands Mitschuld am Abschuss einer Passagiermaschine der Malaysia Airlines (MH17) über der Ostukraine. Unter den 298 Todesopfern waren 38 Australier.

Premierminister Tony Abbott hatte vor dem Apec-Gipfel in Peking gesagt, er werde den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf seine Mitverantwortung ansprechen. Australische Medien spekulierten deshalb, die russischen Kriegsschiffe könnten eine Reaktion darauf sein. Abbott winkte jedoch ab. Eine solche Operation sei wahrscheinlich schon geplant worden, bevor er seine Aussagen zum Flug MH17 machte.

Russland unterhält derzeit wegen des Abschusses einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine auch mit Australien schwierige Beziehungen. Nach ersten Erkenntnissen war die Passagiermaschine von einer Rakete getroffen worden. Die prorussischen Separatisten und Kiew machen sich gegenseitig für das Unglück verantwortlich. (chk/sda)

Erstellt: 13.11.2014, 04:34 Uhr

Gipfelmarathon geht weiter

Der politische Gipfelmarathon in Asien und Australien ist in Burma fortgesetzt worden. Dort trafen US-Präsident Barack Obama mit den Ministerpräsidenten Chinas und Russlands zum Ostasiengipfel mit den Staats- und Regierungschefs der Asean zusammen.

Obama kam vom Gipfel der Pazifikanrainerstaaten (Apec) in Peking und reist anschliessend zum Gipfeltreffen der G20 nach Brisbane in Australien weiter. Der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) gehören zehn Staaten an. Beim Treffen geht es unter anderem um den Abbau von Handelsschranken. (sda)

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