Putin mischt sich in Nordkorea-Konflikt ein

Der russische Präsident hat auf Trumps kriegerische Töne Richtung Pyongyang reagiert. Er warnte vor «dem Weg ins Nichts».

Rät von Druck auf Nordkorea ab: Putin bei der Eröffnung der Judo-WM in Budapest. (28. August 2017)

Rät von Druck auf Nordkorea ab: Putin bei der Eröffnung der Judo-WM in Budapest. (28. August 2017) Bild: Tamas Kovacs/AP

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Die Lage auf der koreanischen Halbinsel hat sich nach Ansicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin in jüngster Zeit verschärft und drohe in einen «Konflikt grösserer Ausmasse» auszuarten. Nordkorea könne nur ohne Vorbedingungen und ohne Druck zum Dialog über die Einstellung seines Atom- und Raketenprogramms bewegt werden.

Alle Versuche, Pyongyangs Programme mit Druck zu stoppen, hätten «keine Perspektive», sagte Putin nach Angaben russischer Agenturen in einer Erklärung, die in der Nacht zum Freitag vom Kreml verbreitet wurde.

«Der Weg ins Nichts»

«Man muss die Probleme der Region mit einem direkten Dialog aller interessierten Länder lösen, ohne jede Vorbedingungen.» Alle Provokationen, jeder Druck, jede kriegerische Rhetorik seien «der Weg ins Nichts». Er reagierte damit auf Äusserungen von US-Präsident Donald Trump, der am Mittwoch auf Twitter geschrieben hatte: «Reden ist nicht die Lösung».

Putin äusserte sich vor einem Gipfel der vier grossen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC), der am Sonntag im chinesischen Xiamen beginnt. Moskau und Peking schlagen zur Beilegung des Konflikts vor, dass die USA und Südkorea künftig auf gemeinsame Militärmanöver verzichten und Nordkorea im Gegenzug seine Raketentests einstellt.

Am Dienstag hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg in den Pazifik gefeuert. Die USA und Südkorea hatten daraufhin zwei Tage später Kampfflugzeuge über der koreanischen Halbinsel aufsteigen lassen und damit militärische Stärke demonstriert. (chi/sda)

Erstellt: 01.09.2017, 14:37 Uhr

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