Seit 25 Jahren warten auf die Todesstrafe

Amnesty International macht in Sachen Todesstrafe Druck auf fünf Länder.

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Anlässlich des Tages gegen die Todesstrafe von Mittwoch startet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) eine neue Kampagne. Damit will sie die fünf Staaten Weissrussland, Ghana, Iran, Japan und Malaysia unter Druck setzen.

Auch bei Menschen, die zum Tode verurteilt wurden, müssten die Haftbedingungen den internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen, betonte Amnesty International (AI) anlässlich des Tages gegen die Todesstrafe am Mittwoch.

Mit dieser Kampagne macht AI auf den Fall Matsumoto Kenji in Japan aufmerksam:

Die Menschenrechtsorganisation habe Informationen zu «unmenschliche Haftbedingungen» weltweit für Gefangene im Todestrakt gesammelt. Sie wolle mit ihrer Kampagne aber das Licht auf Länder richten, bei welchen sie glaube, «einen Einfluss zu haben», erklärte Alain Bovard, Sprecher der Schweizer Sektion von Amnesty International, gegenüber der Agentur Keystone-SDA.

In einer Mitteilung macht die NGO Beispiele aus «den Todestrakten» von Weissrussland, Ghana, Iran, Japan und Malaysia. Der Japaner Matsumoto Kenji warte seit 25 Jahren auf seine Hinrichtung. Mittlerweile leide er unter einer «wahnhaften Erkrankung, die höchstwahrscheinlich auf seine lange Einzelhaft im Todestrakt zurückzuführen ist».

In Ghana hätten Gefangene im Todestrakt «oft keinen Zugang zu Medikamenten bei Erkrankungen oder chronischen Leiden». In Weissrussland, dem einzigen Land in Europa, das die Todesstrafe erlaubt, werden indes nach Angaben von Amnesty Hinrichtungen «ohne jegliche Benachrichtigung der Gefangenen, ihrer Familien oder ihrer gesetzlichen Vertreter vollstreckt».

«Unsere Aktion zielt darauf, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Regierungen zu wecken», ergänzte Bovard. «Wir werden bei unterschiedlichen Gelegenheiten darauf aufmerksam machen, zum Beispiel vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen.» Zudem würden etwa die nationalen Sektionen Aktionen organisieren.

Amnesty International verzeichnete im Jahr 2017 nach eigenen Angaben 993 Hinrichtungen in 23 Ländern. Das bedeutet einen Rückgang von vier Prozent gegenüber 2016 und von 39 Prozent gegenüber 2015. Die meisten Hinrichtungen fanden im Iran, in Saudiarabien, im Irak und in Pakistan statt. Nicht eingerechnet sind laut Amnesty «Tausende Hinrichtungen, die in China durchgeführt wurden, wo Daten über die Anwendung der Todesstrafe nach wie vor Staatsgeheimnis sind». (cpm/sda)

Erstellt: 10.10.2018, 08:11 Uhr

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