«Sie wollen Angst verbreiten, indem sie Mädchen vergiften»

An einer Schule in Afghanistan haben 130 Schülerinnen und drei Lehrerinnen giftiges Gas eingeatmet. Die Polizei spricht von einem Anschlag der Taliban. Es ist bereits der dritte Fall in diesem Monat.

Lebensgefährlicher Schulbesuch: Ein Mädchen mit Vergiftungserscheinungen wird in einem Spital behandelt. (23. Mai 2012)

Lebensgefährlicher Schulbesuch: Ein Mädchen mit Vergiftungserscheinungen wird in einem Spital behandelt. (23. Mai 2012) Bild: AFP

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Rund 130 Schülerinnen und drei Lehrerinnen sind in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Talokan mit Vergiftungserscheinungen ins Spital gebracht worden.

Der Chef der Gesundheitsbehörde der Provinz Tachar sagte, die Opfer hätten am Mittwoch giftiges Gas in der Schule eingeatmet.

Die Polizei sprach von einem Anschlag der Taliban. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Monat, dass Schüler in Afghanistan Vergiftungserscheinungen aufweisen.

Der afghanische Geheimdienst NDS warf den Taliban vor wenigen Tagen vor, ihre Angriffe besonders auf Mädchenschulen ausgeweitet zu haben. «Sie wollen Angst verbreiten, indem sie Mädchen vergiften. Sie versuchen, Familien dazu zu bringen, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken», sagte NDS-Sprecher Lutfullah Maschal.

Unter dem Ende 2001 gestürzten Taliban-Regime war Mädchen der Schulbesuch verboten.

(kle/sda)

Erstellt: 23.05.2012, 17:48 Uhr

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