Sklavenarbeit für die Fussball-WM

Hunderttausende Arbeiter strömen nach Katar, um sich auf dem Bau für die WM 2022 zu verdingen. Laut «Guardian» werden sie behandelt wie Sklaven. Dutzende seien gestorben.

Ohne Rechte: Arbeiter in Doha. (Archivfoto)

Ohne Rechte: Arbeiter in Doha. (Archivfoto) Bild: AFP

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Die ausländischen Arbeiter für die grossen Bauprojekte für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar werden laut einem Zeitungsbericht wie «moderne Sklaven» behandelt. Dutzende Arbeiter aus Nepal seien in den vergangenen Wochen bereits gestorben.

Das berichtete der britische «Guardian». Sollte die Zahl der Todesfälle so fortschreiten wie bisher, würden bis zum WM-Beginn mindestens 4000 ausländische Arbeitskräfte sterben, sagte ein Vertreter des Internationalen Gewerkschaftsbunds (Ituc) der Zeitung.

Der «Guardian» beruft sich in seinem Bericht auf Unterlagen der nepalesischen Botschaft in Katar. Aus Nepal kommen die meisten der ausländischen Arbeiter für die WM-Projekte in dem Golfstaat.

Kein Geld, kein Pass, kein Wasser

Der Zeitung zufolge kamen im vergangenen Jahr mehr als hunderttausend Arbeiter aus Nepal in das reiche Emirat, um sich bei den Bauprojekten für die WM zu verdingen. Viele von ihnen würden seit Monaten nicht bezahlt, zugleich sei ihnen der Pass weggenommen worden, damit sie nicht abreisen können. Auch gebe es trotz der Hitze kein kostenloses Wasser für die Arbeiter.

Dass Katar zum Ausrichter der Fussball-WM 2022 gekürt wurde, ist sehr umstritten. Der Weltfussballverband Fifa zeigte sich am Donnerstag «sehr besorgt» über die Berichte über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Die Fifa werde deshalb Kontakt mit den Behörden in Katar aufnehmen, hiess es in einer Erklärung. (kle/sda)

Erstellt: 27.09.2013, 10:45 Uhr

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