Stillgestanden!

In Hongkong stehen 6000 Soldaten der chinesischen Armee bereit. Laut Gerüchten zieht die Regierung weitere Truppen zusammen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit jedem weiteren Protesttag wird die Frage nach der Reaktion Pekings drängender. Ein ehemaliger australischer Botschafter glaubt, die Regierung könnte die Demonstrationen für mehr Demokratie in der Sonderverwaltungszone gewaltsam beenden. «Im schlimmsten Fall könnte es in einem weiteren Tiananmen-Massaker enden», sagt Richard Broinowski zur australischen News.com. Er glaubt zwar nicht, dass es so weit kommt, aber niemand wisse, wie lange die Pattsituation zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften anhalten könne.

Bereits fürchten einige Beobachter, China könnte das Kriegsrecht über Hongkong verhängen. Es kursieren laut «The Daily Beast» Gerüchte, die Volksbefreiungsarmee ziehe Truppen im Norden der Stadt zusammen.

6000 Soldaten bereits in Hongkong

Staatsmedien berichten auch, Peking sei bereit, die «Bewaffnete Volkspolizei», eine Abteilung der Armee, in Hongkong einzusetzen. Die Militärpolizei könnte bei der «Unterdrückung der Unruhen» helfen. Die Volksbefreiungsarmee ist bereits in Hongkong präsent. In ihrer Hongkong-Garnison stehen 6000 Soldaten bereit. Sie sind auf mehrere Standorte verteilt. Das Hauptquartier befindet sich im Zentrum der Metropole und wird von einem markanten 28-stöckigen Gebäude geprägt. Vor der Übergabe der britischen Kronkolonie an China 1997 waren dort britische Truppen stationiert.

Die chinesische Garnison ist aus Einheiten der Bodentruppen, der Marine und der Luftwaffe zusammengesetzt und direkt der zentralen Militärkommission in Peking unterstellt. Diese Soldaten dürfen laut dem Garnisonsgesetz nicht in die inneren Angelegenheiten der Sonderverwaltungszone eingreifen. Für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung ist demnach die Hongkonger Regierung zuständig.

Scharfe Warnung

In einem scharfen Artikel warnte die Zeitung «Global Times», die stramm der Linie der Pekinger Regierung folgt, die Anhänger der Prodemokratiebewegung. «Die radikalen Aktivisten sind dem Untergang geweiht», hiess es in dem Kommentar. «Die Oppositionsgruppen wissen genau, dass es unmöglich ist, die Entscheidung des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses zum Reformplan für Hongkong abzuändern.»

Der Kommentator weist «grundlose Vergleiche» mit dem Tiananmen-Massaker zurück. 1989 wurden auf dem Platz des himmlischen Friedens (Tiananmen) in Peking bei der Niederschlagung von Studentenprotesten laut inoffiziellen Berichten etwa 2600 Menschen getötet. China sei nicht mehr dieselbe Nation wie vor 25 Jahren. Man habe heute «machbarere Vorgehensweisen, um mit verschiedenen Unruhen umzugehen». (rub)

Erstellt: 30.09.2014, 12:32 Uhr

Umfrage

Braucht es westliche Unterstützung für die Demokratiebewegung in Hongkong?

Ja, das würde helfen.

 
34.8%

Nein, das wäre kontraproduktiv.

 
65.2%

811 Stimmen


Bildstrecke

Studentenproteste in Hongkong

Studentenproteste in Hongkong Studenten gehen in Hongkong für ihre Forderung nach freien Wahlen auf die Strasse.

Artikel zum Thema

Hongkongs Demo-App – 100'000 Downloads in 24 Stunden

Würde Peking in Hongkong das Handynetz abstellen? Das geht nicht mehr, eine App machts möglich. Sie wird regelrecht gestürmt. Mehr...

Studentenführer in Hongkong stellen Ultimatum

Die friedlichen Demonstrationen für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungszone wurden in der Nacht fortgesetzt. Bis Mittwoch verlangen die Protestführer den Rücktritt des Regierungschefs. Mehr...

Der Aufstand der Sanftmütigen

Hongkong steht kopf. Brave Menschen wie der Studentenführer Oscar Lai haben ihren Bürgersinn entdeckt. Sie kämpfen für Demokratie und wollen dabei niemandem wehtun. Für Peking sind sie auch deshalb gefährlich. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Geldblog So vermeiden Sie ATM-Frust im Ausland

Mamablog Bin ich jetzt der Mann? 

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Kunst in der Luft: Seifenblasen machen Spass vor dem Louvre in Paris. (19. Juli 2019)
(Bild: Alain Jocard) Mehr...