Taliban greifen Gouverneurssitz von Kandahar an

Talibankämpfer haben in einer gross angelegten Aktion im Süden Afghanistans Regierungsgebäude angegriffen. Ziele der Offensive waren der Wohnsitz des Provinzgouverneurs und mehrere Polizeiposten.

Attacke in der Taliban-Hochburg: Ein Nato-Fahrzeug auf einer verlassenen Strasse, nachdem der Gouverneurssitz in Kandahar beschossen wurde.

Attacke in der Taliban-Hochburg: Ein Nato-Fahrzeug auf einer verlassenen Strasse, nachdem der Gouverneurssitz in Kandahar beschossen wurde.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei den Kämpfen seien mindestens 24 Menschen verwundet worden - 14 Zivilpersonen und 10 Polizisten -, hiess es aus dem grössten Spital der Stadt Kandahar. Einige der Verletzten seien in den Geheimdienstbüros angeschossen worden, andere seien in der Nähe des Gouverneurssitzes ins Kreuzfeuer geraten.

Die Taliban erklärten, einige der über 100 eingesetzten Kämpfer seien bis auf das Gelände des Gouverneursanwesens vorgedrungen und es habe Tote gegeben. «Viele Menschen wurden getötet», sagte Taliban- Sprecher Kari Jusef Ahmadi.

«Unser Angriff richtete sich gegen jedes Gebäude, das von Regierung und Sicherheitskräften benutzt wird», sagte er. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Stundenlange Gefechte

Ziel der Aktion sei es, die Kontrolle über die Stadt zurückzugewinnen, nachdem afghanische und Nato-Kräfte die ehemalige Hochburg der Taliban im vergangenen Jahr eingenommen hatten, sagte der Talibansprecher. Unter den Kämpfern befänden sich auch Männer, die bei einem grossen Gefängnisausbruch im vergangenen Monat befreit worden seien,.

Die Gefechte in Kandahar dauerten über Stunden an. Ein Reporter vor Ort berichtete von mindestens zwei schweren Explosionen in der Nähe des Gouverneurssitzes. Während die Kämpfe andauerten, riegelte die Polizei das Gelände ab. Über der Stadt kreisten Militärhelikopter.

Frühjahrsoffensive der Taliban

Die Provinz Kandahar galt einst als Hochburg der radikalislamischen Taliban. Nun wird sie aber von der NATO und den afghanischen Streitkräften kontrolliert.

Am Freitag hatten die Taliban erklärt, die Tötung des Al-Qaida-Führers Osama Bin Laden werde die Moral der Aufständischen nur weiter stärken. «Das Martyrium von Scheich Osama bin Laden verleiht dem heiligen Krieg gegen die Eindringlinge neuen Antrieb», hiess es in der Stellungnahme.

Der Angriff vom Samstag sei jedoch keine direkte Reaktion auf den US-Einsatz gegen bin Laden gewesen, sondern Teil der angekündigten Frühjahrsoffensive der Taliban. «Die Operation war bereits seit einem oder zwei Monaten geplant», sagte Taliban-Sprecher Ahmadi. (rub/sda)

Erstellt: 07.05.2011, 17:02 Uhr

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Blogs

Mamablog Die Jugendbewegung wird zur Elternbewegung

Sweet Home Tapeten zum Selbermalen

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Sie sind nun keine Kinder mehr: Junge Erwachsene nehmen an einer traditionellen Zeremonie in Seoul teil, bei der sie den Übertritt in ihr 19. Lebensjahr feiern. Sie dürfen nun ihre eigenen Lebensentscheidungen fällen, wählen gehen und Alkohol trinken. (20. Mai 2019)
(Bild: Ed Jones) Mehr...