Tarik Asis ausgeliefert: Nun droht ihm die Todesstrafe

Der frühere irakische Vize-Regierungschef Tarik Asis ist von einem US-Gefängnis nahe Bagdad in ein Gefängnis der irakischen Behörden überstellt worden. Das kann gravierende Folgen haben.

Bekannter Exponent des Saddam-Regimes: Tarek Asis.

Bekannter Exponent des Saddam-Regimes: Tarek Asis. Bild: Keystone

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Tarik Asis wurde den irakischen Behörden übergaben. Ihm droht nach Angaben seines Anwalts nun die Todesstrafe. Asis habe ihm telefonisch mitgeteilt, dass die US-Armee ihn an die irakischen Behörden übergeben habe, sagte der Anwalt Badih Aref am Mittwoch in der jordanischen Hauptstadt Amman der Nachrichtenagentur AFP. Sein Mandant, der unter dem früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein Vize-Ministerpräsident und Aussen- und Informationsminister war, sei nun im Kasemieh-Gefängnis in Bagdad.

Aref kritisierte, der Vorgang verstosse gegen die Charta des Roten Kreuzes, wonach ein Gefangener "nicht an seine Feinde ausgeliefert" werden dürfe. Asis befinde sich nun "in Gefahr, denn er ist in den Händen seiner Feinde, die ihm die Todesstrafe auferlegen könnten, um ihn loszuwerden", sagte Aref.

Gesundheitliche Probleme

Asis hatte sich im April 2003 nach dem US-Einmarsch im Irak der US-Armee ergeben und war in Camp Cropper, einem Gefangenenlager der Armee nahe Bagdad, inhaftiert worden. Seine Familie forderte wegen gesundheitlicher Probleme, insbesondere Herzbeschwerden, wiederholt die Freilassung des 1936 geborenen Asis.

Ein irakisches Gericht hatte Asis im März 2009 wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" im Zusammenhang mit der Hinrichtung von 42 Kaufleuten im Jahr 1992 zu 15 Jahren Haft verurteilt, im August desselben Jahres wurde er wegen der Verfolgung irakischer Kurden in den 80er Jahren zu weiteren sieben Jahren Gefängnis verurteilt. (sam/afp)

Erstellt: 14.07.2010, 12:37 Uhr

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