Tote bei Protesten für Blasphemiegesetz

In Bangladesh gingen 200'000 Menschen für härtere Blasphemiegesetze und strengere Geschlechtertrennung auf die Strasse. Bei den Massenprotesten sind mindestens 22 Menschen getötet worden.

Islamistische Bewegung verlangt die Umsetzung eines 13-Punkte-Plans: Polizisten schiessen Gummigeschosse auf Anhänger der radikalen Hefajat-e-Islam in Dhaka. (5. Mai 2013)

Islamistische Bewegung verlangt die Umsetzung eines 13-Punkte-Plans: Polizisten schiessen Gummigeschosse auf Anhänger der radikalen Hefajat-e-Islam in Dhaka. (5. Mai 2013) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Bangladesh haben Zusammenstösse nach Angaben von Polizei und Ärzten mindestens 22 Tote gefordert. Zudem seien Teile der Hauptstadt Dhaka durch die Strassenschlachten zwischen Anhängern der radikalen Bewegung Hefajat-e-Islam und der Polizei in ein Schlachtfeld verwandelt worden, sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur AFP.

Der in einem Spital stationierte Beamte sprach von elf Todesopfern in der Klinik, darunter ein Polizist. Drei private Spitäler bestätigten zudem, dass auch bei ihnen elf Leichen eingeliefert worden seien.

Zuvor waren rund 200'000 Anhänger der neu gegründeten Hefajat-Bewegung am Sonntag auf mindestens sechs Autobahnen in Richtung Dhaka marschiert und blockierten dort den Verkehr. Auch die Verbindung zum wichtigsten Hafen des Landes, Chittagong, war blockiert.

13-Punkte-Plan

Vor der grössten Moschee des Landes gab es Strassenschlachten mit der Polizei. Hunderte Menschen wurden dabei verletzt. Hefajat-Funktionäre drohten der Regierung in Reden mit einem Umsturzversuch, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Die islamistische Bewegung verlangt die Umsetzung eines 13-Punkte-Plans: Dazu zählen die Einführung der Todesstrafe für Gotteslästerung, die Wiedereinführung der Bezugnahme auf Allah in der Verfassung und eine strikte Geschlechtertrennung. Zudem fordert Hefajat-e-Islam verpflichtenden Religionsunterricht und die Beschränkung der Aktivitäten christlicher Missionare. (rub/sda)

Erstellt: 06.05.2013, 07:10 Uhr

Religiöse Agenda: Zusammenstösse zwischen Polizei und islamistischen Demonstranten. (Video: Reuters )

Artikel zum Thema

Mob tötet Pakistaner wegen Blasphemie

Weil er in einer Moschee einen Koran zerstört haben soll, wurde ein Reisender in der Provinz Sindh bei lebendigem Leib verbrannt. Der Polizei wird Fahrlässigkeit vorgeworfen. Mehr...

Arabische Liga fordert Blasphemie-Gesetze

Der Vorsitzende der Arabischen Liga hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, Gotteslästerung unter Strafe zu stellen. Ansonsten könne so etwas wie die jüngste Gewalt jederzeit wieder geschehen. Mehr...

Blasphemie-Fall: Junge Christin aus Haft entlassen

Das pakistanische Mädchen, das Koranseiten verbrannt haben soll, ist wieder auf freiem Fuss. Obwohl die Beweise gegen das Mädchen höchst zweifelhaft sind, ist damit eine Verurteilung noch nicht ausgeschlossen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Blogs

Michèle & Friends 4 Tipps für Fitness mit 40

Geldblog Steuern optimieren und die Rendite steigern

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Gross ist die Hoffnung: In Kashmir sucht ein indisches Mädchen am letzten Tag von Navratri, einem der wichtigsten Feste im Hinduismus, nach versenkten Münzen. (17. Oktober 2018)
(Bild: EPA/Jaipal Singh) Mehr...