US-Zerstörer sorgt für diplomatische Verstimmungen

Nach dem Aufkreuzen eines amerikanischen Kriegsschiffs im Südchinesischen Meer bestellte Peking den US-Botschafter ein.

«Provokatives Manöver»: Der US-Zerstörer USS Lassen. (Archivbild)

«Provokatives Manöver»: Der US-Zerstörer USS Lassen. (Archivbild) Bild: Eugene Hoshiko/Keystone

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Nach der Durchfahrt eines US-Zerstörers durch eine von Peking beanspruchte Meeresregion hat China den amerikanischen Botschafter einbestellt. Wie am Mittwoch aus dem chinesischen Aussenministerium verlautete, machte Vizeaussenminister Zhang Yesui dem Diplomaten Max Baucus klar, dass die USA mit der Aktion wiederholte Einwände der Volksrepublik ignoriert und deren Souveränität und Sicherheit bedroht haben.

Das «provokative» Manöver habe zudem das Personal und die Infrastruktur auf der künstlichen Insel in Gefahr gebracht. Das Gespräch vom Dienstag wollte das US-Aussenministerium zunächst nicht bestätigen.

Am Dienstag war der Raketen-Zerstörer USS Lassen vor einem der von China aufgeschütteten Riffe im grossen Archipel der Spratly-Inseln gekreuzt, in dem auch die Philippinen Gebietsansprüche stellen. Mit den künstlichen Aussenposten, auf die auch Gebäude, Häfen und Landebahnen für Kampfjets gebaut wurden, versucht China seit 2013 seine territorialen Ansprüche zu untermauern.

Peking erhebt Anspruch

Vertretern der Navy zufolge wollten die USA mit der Aktion zeigen, dass sie die künstlichen Inseln und die Gewässer rundum nicht als souveränes Territorium Chinas ansähen. Peking erhebt praktisch auf das gesamte Südchinesische Meer Anspruch und streitet sich mit den Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan um die rohstoffreichen Gewässer.

Schon vor geraumer Zeit kündigte die Regierung von Präsident Barack Obama an, vom Recht auf freie Schifffahrt in internationalen Gewässern Gebrauch zu machen, eben auch im Südchinesischen Meer. Die Operation stehe im Einklang mit internationalem Recht, sagte ein Pentagon-Sprecher. (chk/sda)

Erstellt: 28.10.2015, 06:46 Uhr

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