USA verlegt Spionage-Drohne nach Japan

US-Präsident Obama rechnet mit einem baldigen Raketenstart Nordkoreas. Seine Armee verlegt eine Drohne vom Typ Global Hawk auf den Stützpunkt Misawa. In Kaesong bleibt die Lage angespannt.

Erstmals in Japan stationiert: Die amerikanische Drohne Global Hawk bei einem Flug über Kalifornien. (Archivfoto)

Erstmals in Japan stationiert: Die amerikanische Drohne Global Hawk bei einem Flug über Kalifornien. (Archivfoto) Bild: AFP

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Angesichts der militärischen Drohungen aus Nordkorea verlegt die US-Armee eine Spionage-Drohne nach Japan. Die Global Hawk-Drohne werde auf dem US-Stützpunkt Misawa im Norden des Landes stationiert, berichtete die Zeitung «Sankei Shimbun».

Die US-Armee habe Japan im vergangenen Monat über ihre Pläne informiert, die Drohne zwischen Juni und September auf den Stützpunkt zu verlegen, angesichts der Spannungen mit Nordkorea den Termin aber vorgezogen. Es ist die erste Stationierung einer solchen US-Drohne in Japan.

Nordkorea reiht seit Wochen militärische Drohungen insbesondere gegen die USA und Südkorea aneinander. Am Donnerstag teilte die Armee mit, ein Atomangriff auf die USA sei genehmigt.

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, die sich auf ranghohe Regierungsvertreter in Seoul berief, verlegte Nordkorea zwei Mittelstrecken-Raketen an seine Ostküste und installierte sie auf mobilen Abschussrampen. Sie könnten jedes Ziel in Südkorea und Japan und möglicherweise sogar den US-Stützpunkt auf der Insel Guam im Pazifik erreichen.

Washington hält Raketenstart für wahrscheinlich

Nach den Drohungen aus Nordkorea hält die US-Regierung einen baldigen Raketenstart für wahrscheinlich. «Wir wären darüber nicht erstaunt», sagte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Jay Carney, in Washington. «Wir haben natürlich die Berichte gesehen, dass Nordkorea Vorbereitungen für den Start einer Rakete trifft.» Pyongyang habe auch in der Vergangenheit immer wieder Raketentests unternommen.

Carney forderte Pyongyang auf, die «Provokationen» zu beenden und seinen «internationalen Verpflichtungen» nachzukommen. «Sie isolieren sich nur weiter und weiter vom Rest der Welt», sagte er. Das US-Verteidigungsministerium warnte Nordkorea vor «weiterem provozierenden Handeln» wie einem Raketenabschuss. Die Medienberichte über die Verlegung der nordkoreanischen Raketen bestätigte das Pentagon aber nicht.

Kaesong bleibt weiter geschlossen

Die von Nord- und Südkorea gemeinsam geführte Sonderwirtschaftszone Kaesong blieb auch heute geschlossen. Südkoreanern war am dritten Tag in Folge der Zugang zu ihren Arbeitsplätzen und Unternehmen in dem in Nordkorea angesiedelten Industriepark verwehrt.

Mit Rohstoffen beladene Lastwagen mussten an der Grenze zu Nordkorea umdrehen. Die Produktion in Kaesong ist nach Angaben südkoreanischer Manager akut bedroht, sollten Lieferungen und Arbeiter aus Südkorea weiter ausgesperrt bleiben.

Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung erwartete, dass am Samstag rund hundert der nach wie vor in Kaesong ausharrenden Südkoreaner zurückkehren; damit wären noch etwa 500 südkoreanische Arbeiter in der Sonderwirtschaftszone. Nordkorea hatte zuletzt damit gedroht, die Zone komplett zu schliessen. (chk/AFP/dapd)

Erstellt: 06.04.2013, 05:54 Uhr

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