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Abe: Japan fügte Unschuldigen «unermessliches Leid» zu

In einer mit Spannung erwarteten Rede anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs äusserte Japans Ministerpräsident «tiefe Reue».

Drückte seine Trauer aus: Japans Ministerpräsident sagte zum 70. Jahrestag des Kriegsendes, «ich neige meinen Kopf tief vor denen, die starben, zu Hause und im Ausland.»
Drückte seine Trauer aus: Japans Ministerpräsident sagte zum 70. Jahrestag des Kriegsendes, «ich neige meinen Kopf tief vor denen, die starben, zu Hause und im Ausland.»
KIMIMASA MAYAMA, Keystone

Zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs hat der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe öffentlich Reue für die Taten seines Landes gezeigt. Japan habe unschuldigen Menschen «unermesslichen Schaden und Leid» zugefügt, sagte er am Freitag im nationalen Fernsehen. Sein Land müsse sich seiner Geschichte stellen, allerdings sollten sich die künftigen Generationen nicht entschuldigen müssen, betonte Abe. Er drückte «tiefe Trauer» für die Opfer des Zweiten Weltkriegs aus.

Die vom Herzen kommenden Entschuldigungen der Vergangenheit würden auch in der Zukunft durch nichts zu erschüttern sein, sagte Abe. Allerdings entschuldigte er sich nicht erneut. Er sagte: «Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes neige ich meinen Kopf tief vor denen, die starben, zu Hause und im Ausland.»

Zugleich wies er in seiner 25-minütigen Ansprache darauf hin, 80 Prozent der Bevölkerung seien nach dem Krieg geboren. «Unsere Kinder, Enkel und sogar weitere Generationen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben, dürfen nicht vorbestimmt sein, sich zu entschuldigen.»

Spitzenpolitiker verharmlosten Taten

Die Rede wurde vor allem von Japans Nachbarn mit Spannung erwartet und beobachtet, besonders von China und Südkorea. Noch immer - sieben Jahrzehnte nach der Kapitulation Japans am 15. August 1945 - wird das Verhältnis der Staaten durch die Invasion, Besetzung und Gräueltaten der japanischen kaiserlichen Armee vor und während des Kriegs belastet. Zwar hat sich Tokio wiederholt bemüht, öffentlich Reue zu zeigen. Gleichzeitig haben aber japanische Spitzenpolitiker immer wieder die Taten von damals verharmlost.

Abe betonte Japans Wunsch, voranzukommen, während die Lektionen der Geschichte tief in den Herzen getragen würden. «Geschichte ist rau», sagte er. «Was geschehen ist, kann nicht ungeschehen gemacht werden.»

SDA/kko

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