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Abgestürzt, dann verkauft und kopiert

Die USA machen sich Sorgen wegen des Helikopters, den sie bei Osama Bin Ladens Versteck zurücklassen mussten. Denn schon einmal soll eine Hightech-Maschine nach dem Absturz in falsche Hände geraten sein.

Sollen wieder im Besitz der USA sein: Die Trümmer des Helikopters.
Sollen wieder im Besitz der USA sein: Die Trümmer des Helikopters.
Reuters
Trümmerteile des gesprengten Helikopters am 3. Mai 2011.
Trümmerteile des gesprengten Helikopters am 3. Mai 2011.
Keystone
Die mysteriöse Maschine wird abtransportiert: Pakistani verhüllen den Helikopter auf dem Traktoranhänger.
Die mysteriöse Maschine wird abtransportiert: Pakistani verhüllen den Helikopter auf dem Traktoranhänger.
AFP
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Die Trümmer eines Helikopters sorgen in den USA für Spekulationen. Denn bei der Maschine, welche die Elitesoldaten nach der Tötung von Osama Bin Laden zurückliessen, handelt es sich nach Ansicht von Experten möglicherweise um einen geheimen Typ eines Tarnkappenhelikopters. Nach einer Notlandung war der Helikopter offenbar nicht mehr flugtauglich. Deshalb, so die Vermutung, hätten die Amerikaner die Maschine gesprengt – sie wollten angeblich verhindern, dass sich jemand anders die Technologie zu eigen macht.

Dies soll schon einmal geschehen sein – auch wenn sich diese Vermutung bisher nicht erhärten liess. 1999 schoss die serbische Luftwaffe im Kosovo eine US-Maschine ab. Der Pilot der F-117 Nighthawk konnte sich per Schleudersitz retten. Es war das erste Mal, dass ein Tarnkappenflugzeug, das nur schwer auf dem Radar zu orten ist, vom Himmel geholt wurde. Chinesische Agenten sollen anschliessend von Einheimischen Trümmerteile gekauft haben. Dies behauptete kürzlich der damalige kroatische Oberbefehlshaber Davor Domazet-Loso.

USA bombardierten chinesische Botschaft

Der Anlass für seine Aussage: China stellte diesen Winter einen Tarnkappen-Kampfjet, den J-20, vor. Er soll bis 2017 einsatzbereit sein. «Wir glauben, die Chinesen haben die aufgekauften Trümmerteile genutzt, um mehr über die geheime Technologie zu erfahren und sie nachzubauen», sagte Domazet-Loso. Ein serbischer Offizier bestätigte, dass einige Wrackteile in die «Hände ausländischer Militärattachés» geraten seien. Der grösste Teil des Flugzeugs steht heute aber in einem Museum in Belgrad.

Da die Chinesen während des Kosovokriegs angeblich eine Spionageabteilung in ihrer Belgrader Botschaft unterhielten, hält sich die Legende der erfolgreichen Rüstungsspionage aber hartnäckig. Sie erhielt zusätzliche Nahrung durch den Umstand, dass die chinesische Botschaft einen Monat nach dem Absturz der F-117 Nighthawk von einer amerikanischen Bombe getroffen wurde – versehentlich, wie es offiziell hiess.

China kommentierte Vorwürfe nicht

Ein Offizier der US-Luftwaffe erklärte jedoch im Januar, es gebe keine Hinweise auf Verbindungen zwischen der abgeschossenen F-117 und der chinesischen J-20. Das chinesische Verteidigungsministerium wollte das Gerücht, die amerikanische Maschine sei Pate für ihr neustes Produkt gestanden, nicht kommentieren. Chinesische Aviatik-Experten wiederum sagten, bei der J-20 handle es sich um ein Meisterstück technologischer Innovation aus China. Sie räumten aber ein, das Land habe bei den Vorgängermaschinen J-7 und J-8 von der Vorarbeit anderer Staaten profitiert. Aufgrund von Flugzeugteilen einen eigenen Tarnkappenjet zu entwickeln, sei aber äusserst schwierig und dauere – wenn es überhaupt gelinge – Jahre.

Ob Kopie oder nicht: Die USA haben in den vergangenen Jahren ihre Bemühungen gegen Spionageaktivitäten erhöht. Allein beim FBI sind angeblich über 350 Menschen dafür zuständig, chinesische Technologiediebstähle zu unterbinden. Ein Gericht verurteilte kürzlich den früheren US-Rüstungsingenieur Noshir Gowadia zu einer 32-jährigen Haftstrafe. Er soll den Chinesen die Information verkauft haben, wie sich Marschflugkörper entwickeln lassen, die nicht mit Infrarotstrahlen aufgespürt werden können.

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