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Afghanischer Pilot tötet acht Nato-Soldaten

Ein Mitglied der afghanischen Luftwaffe hat im Kabuler Flughafen das Feuer auf ausländische Soldaten eröffnet. Zuvor sei es zu einem Streit gekommen.

Erhöhte Aufmerksamkeit: Afghanische und amerikanische Soldaten auf dem Flughafengelände von Kabul kurz nach der Schiesserei.
Erhöhte Aufmerksamkeit: Afghanische und amerikanische Soldaten auf dem Flughafengelände von Kabul kurz nach der Schiesserei.
Keystone

Ein afghanischer Militärpilot hat auf dem Flughafen von Kabul um sich geschossen und acht Nato-Soldaten sowie eine weitere Person getötet. Fünf afghanische Soldaten wurden bei dem Vorfall während einer Konferenz in einem Operationszentrum der afghanischen Luftwaffe verletzt. Auch der Täter kam ums Leben.

Nach Angaben des Sprechers des afghanischen Verteidigungsministeriums, General Mohammed Sahir Asimi, war der Täter seit 20 Jahren als Pilot für die afghanischen Streitkräfte im Dienst. Nach Angaben eines Piloten, der nicht genannt werden wollte, handelte es sich bei dem Mann um einen 50-Jährigen aus Tarachail in der Provinz Kabul.

Karzai verurteilt Tat

Der afghanische Präsident Hamid Karzai verurteilte die Bluttat, bekundete den Angehörigen sein Beileid und ordnete eine Untersuchung an. Die Toten seien Ausbilder und Berater für die afghanische Luftwaffe gewesen. Bei allen neun Opfern handelt es sich nach Angaben aus US-Verteidigungskreisen um Amerikaner.

Die radikalislamischen Taliban gaben an, für den Angriff verantwortlich zu sein. In einer Stellungnahme sagte Sprecher Sabiullah Mudschahid, der Mann habe nur vorgegeben, Offizier zu sein. Eine Verbindung des Piloten zu den Extremisten konnte von den Behörden zunächst jedoch nicht bestätigt werden.

Der Vorfall ist der siebte Angriff eines Mitglieds der afghanischen Sicherheitskräfte auf Nato-Truppen. Am 16. April sprengte sich ein afghanischer Soldat bei einem Treffen von Nato-Ausbildern mit afghanischen Einheiten im Stützpunkt Gambier in der Provinz Laghman in die Luft. Dabei kamen sechs Nato-Soldaten, vier afghanische Soldaten und ein Übersetzer ums Leben.

Im Februar eröffnete ein afghanischer Soldat, der sich von seinen Bundeswehrausbildern in seiner Ehre gekränkt sah, das Feuer, tötete drei deutsche Soldaten und verletze sechs weitere in der Nordprovinz Baghlan.

sda/dapd/jak/bru

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