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Ankara dehnt Offensive gegen PKK massiv aus

Nach der ersten heftigen Reaktion auf Angriffe kurdischer Rebellen im Südosten der Türkei dehnt Ankara die Operationen noch einmal aus. 10'000 Elitesoldaten sollen PKK-Kämpfer jagen.

Der Kurden-Konflikt flammt wieder auf: Der türkische Präsident Abdullah Gül (l.) spricht mit Soldaten nahe der Grenze zum Irak. (15. Oktober 2011)
Der Kurden-Konflikt flammt wieder auf: Der türkische Präsident Abdullah Gül (l.) spricht mit Soldaten nahe der Grenze zum Irak. (15. Oktober 2011)
Keystone

Die Türkei hat ihre Bodenoffensive gegen kurdische Rebellen massiv ausgedehnt. Rund 10'000 Elitesoldaten seien im Südosten des Landes und im Nordirak im Einsatz, teilte das Militär heute in einer Stellungnahme mit. Darunter seien im Guerillakampf ausgebildete Kommando- und paramilitärische Spezialeinheiten, die von Kampfjets, Hubschraubern und Überwachungsdrohnen unterstützt würden. Nach einem Bericht des Fernsehsender NTV hält sich ein Grossteil der Truppen im Irak auf.

Die Aktion ist nach Militärangaben eine Reaktion auf die tödlichen Überfälle kurdischer Rebellen vom Mittwoch, bei denen 24 türkische Soldaten getötet und 18 weitere verletzt worden waren. Bei der nachfolgenden Offensive handelt es sich um die umfangreichste Militäraktion gegen Rebellen seit Februar 2008.

Bagdad protestiert

In einer ersten Stellungnahme seit dem Vorfall vom Mittwoch verurteilte die irakische Regierung die jüngsten Angriffe der Rebellen. «Der Irak ist kein Rückzugsgebiet für terroristische Gruppierungen aus dem Ausland», erklärte das Aussenministerium auf seiner Website.

Bagdad und die kurdische Regionalregierung im Norden Iraks «bemüht sich um den Schutz der Grenzen», um derartige Angriffe künftig zu verhindern, hiess es. In Ankara wollte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit einem hochrangigen Vertreter der irakischen Kurden, Nechirvan Barsani, zusammentreffen.

Türkei: «Auge um Auge, Zahn um Zahn»

In der Türkei mischten sich unterdessen Trauer und Empörung über die gefallenen Soldaten mit nationalistischen Tönen. Tausende Studenten schwenkten bei Kundgebungen in Ankara grosse türkische Flaggen. «Auge um Auge, Zahn um Zahn, Rache!», skandierten sie bei ihrem Marsch durch den Stadtteil Tunali Hilmi. Auch die Medien verurteilten die Attacken einhellig. «24 Märtyrer, 74 Millionen verletzt», titelte die Tageszeitung Posta. Die mit Flaggen geschmückten Särge der Gefallenen wurden in ihre Heimatorte gebracht.

In dem seit 1984 währenden Konflikt sind Schätzungen zufolge etwa 40'000 Menschen auf beiden Seiten ums Leben gekommen.

(dapd)

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