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Atommacht Indien droht angrenzenden Nachbarn

Der Terror in Mumbai hat Indien ins Herz getroffen. Noch ist das Drama nicht zu Ende und bereits werden Schuldzuweisungen gemacht. Der indische Premierminister macht das Ausland für den Anschlag verantwortlich.

Eines der wenigen Bilder eines Attentäters von Mumbai. Es häufen sich die Hinweise, dass mindestens ein Teil der Terroristen aus Pakistan stammt.
Eines der wenigen Bilder eines Attentäters von Mumbai. Es häufen sich die Hinweise, dass mindestens ein Teil der Terroristen aus Pakistan stammt.
Keystone
Im jüdischen Chabad House kämpfen die Truppen derzeit gegen die letzten verbliebenen Terroristen.
Im jüdischen Chabad House kämpfen die Truppen derzeit gegen die letzten verbliebenen Terroristen.
Keystone
Getroffen hat es nicht nur Ausländer, sondern auch Angestellte, Polizisten und wohlhabende inländische Touristen.
Getroffen hat es nicht nur Ausländer, sondern auch Angestellte, Polizisten und wohlhabende inländische Touristen.
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Zwar kommt es in Indien - und auch in Mumbai - immer wieder zu schweren Sprengstoffanschlägen. Doch die jüngsten Angriffe hätten «eine vollkommen neue Dimension», sagte ein westlicher Indien- Experte, der anonym bleiben wollte.

«Das war kein hinterletzter Markt, sondern ein Hochsicherheitsgebiet.» Er sprach von einem «totalen Scheitern der indischen Sicherheit».

Harte Worte

In ihrer Hilflosigkeit griffen Politiker der gedemütigten Regionalmacht zu harten Worten. «Wir betrachten die Terrorangriffe in Mumbai als Krieg und behandeln die Situation wie einen Ausnahmezustand zu Kriegszeiten», sagte Indiens Vize-Innenminister Sriprakash Jaiswal.

Sandeep Bhardwaj vom Institut für Friedens- und Konfliktforschung (IPCS) in Neu Delhi meinte: «Diese Angriffe zeigen, dass der Terrorismus in Indien die nächste Ebene erreicht hat. Es ist auch ein klarer Versuch, der Moral der Inder einen schweren psychologischen Schlag zu versetzen.»

Das ist den Terroristen gelungen. Die Angriffe «haben die Nation tief geschockt», sagte Premierminister Manmohan Singh in einer Fernsehansprache. Was dann kam, dürfte die pakistanische Regierung bereits geahnt haben. Sie hatte sich schon zuvor beeilt, die Anschläge zu verurteilen.

Nachbarländer beschuldigt

Pakistans Aussenminister Shah Mehmood Qureshi, der sich im Rahmen des fragilen Friedensprozesses der beiden verfeindeten Atommächte in Indien aufhielt, warnte in weiser Voraussicht vor Schuldzuweisungen. Für frühere Anschläge hatte Neu Delhi islamistische Gruppen vor allem aus Pakistan, aber auch aus Bangladesch verantwortlich gemacht.

Singh nannte Pakistan in seiner Ansprache an die Nation zwar nicht beim Namen, die Regierung in Islamabad dürfte sich aber trotzdem mit angesprochen gefühlt haben. Der indische Premierminister betonte, die Terrorangriffe von Mumbai hätten ihren Ursprung im Ausland.

Er warnte die angrenzenden Staaten, man werde es nicht dulden, wenn von ihrem Territorium aus Anschläge auf Indien verübt würden. Drohend fügte er an die Adresse der Nachbarn hinzu: «Wenn keine angemessenen Massnahmen von ihnen ergriffen werden, wird das seinen Preis haben.»

Pakistaner festgenommen

Inzwischen haben Sicherheitskräfte in dem von bewaffneten Terroristen besetzten Taj-Mahal-Hotel drei Männer festgenommen, unter ihnen einen Pakistaner.

Wie die Nachrichtenagentur Press Trust of India unter Berufung auf amtliche Angaben meldete, handelte es sich bei dem Pakistaner um einen Mann aus der pakistanischen Stadt Multan. Er und seine Mitkämpfer seien Mitglieder der in Pakistan ansässigen Rebellengruppe Lashkar-e-Taiba, die für die Unabhängigkeit Kaschmirs kämpft.

Sowohl Indien als auch Pakistan erheben Anspruch auf die zwischen den beiden Atommächten umstrittene Grenzregion.

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