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«Australien braucht Indonesien mehr als umgekehrt»

Die australische Öffentlichkeit ist über die Hinrichtung zweier Landsleute in Indonesien empört. Redaktion Tamedia-Korrespondent Urs Wälterlin sagt, weshalb das Land trotzdem keine ernsthaften Konsequenzen fürchten muss.

Wegen Drogenschmuggel zum Tode verurteilt: Die acht Männer, die Indonesien hinrichten liess.
Wegen Drogenschmuggel zum Tode verurteilt: Die acht Männer, die Indonesien hinrichten liess.
Collage «The Guardian»
Von einem Erschiessungskommanso getötet: Der Sarg des exekutierten Brasilianers Rodrigo Gularte wird in ein Begräbnisinstitut in Jakarta getragen. (29. April 2015)
Von einem Erschiessungskommanso getötet: Der Sarg des exekutierten Brasilianers Rodrigo Gularte wird in ein Begräbnisinstitut in Jakarta getragen. (29. April 2015)
Nyimas Laula, Reuters
Zeitungen auf den Philippinen vermeldeten fälschlicherweise bereits Velosos Tod. (29. April 2015)
Zeitungen auf den Philippinen vermeldeten fälschlicherweise bereits Velosos Tod. (29. April 2015)
Noel Celis, AFP
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Boykottaufrufe im Internet, Protestkundgebungen in den Städten. Warum reagiert die australische Bevölkerung derart heftig auf die Hinrichtung zweier Drogenhändler?

Bei den beiden hingerichteten Australiern handelte es sich um zwei Drogenschmuggler. Das ist richtig. Sie wollten acht Kilogramm Heroin nach Australien bringen und hätten dort grossen Schaden anrichten können. Dafür, dass sich die Bevölkerung trotzdem empört, gibt es mehrere Gründe. Erstens galten die beiden als rehabilitiert. Das wurde sowohl von den australischen Behörden als auch von der indonesischen Gefängnisleitung bestätigt. Der eine wurde in seinen zehn Jahren in Haft Kunstmaler, der andere Seelsorger. Beide haben im Gefängnis auf Bali grosse Leistungen erbracht, um die Bedingungen für ihre Mitinsassen zu verbessern. Sie hatten sich darauf eingerichtet, den Rest ihres Lebens dort zu verbringen. Und zeigten ernsthaft Reue.

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