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Australiens Oberstes Gericht kippt Homo-Ehe

Bereits 30 Gaypaare gaben sich in Canberra das Ja-Wort, seit das regionale Gesetz in Kraft ist. Nun entschied das Oberste Gericht Australiens: die Regelung ist nicht mit dem Bundesgesetz vereinbar.

Ihre Ehe ist wieder ungültig: Chris Teoh wird von seinem Partner Ivan Hinton nach der Trauung in Canberra geküsst. (7. Dezember 2013)
Ihre Ehe ist wieder ungültig: Chris Teoh wird von seinem Partner Ivan Hinton nach der Trauung in Canberra geküsst. (7. Dezember 2013)
Keystone

Das Ehe-Glück währte keine Woche. Kürzlich geschlossene Homo-Ehen in einem australischen Staat sind ungültig, entscheidet das höchste Gericht des Landes. Nur die Regierung darf über den Ehe-Status entscheiden - doch die hat ein traditionelles Ehe-Verständnis.

Nur wenige Tage nach der Schliessung der ersten Homo-Ehen in Australien hat der Oberste Gerichtshof des Landes das Gesetz kassiert. Die Richter entschieden am Donnerstag einstimmig, dass die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen im Australischen Hauptstadtterritorium einem Bundesgesetz widerspreche. In diesem war 2004 die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau festgelegt worden.

30 Ehen ungültig

Mit ihrer Entscheidung folgten die Richter einer Klage der Regierung. Ministerpräsident Tony Abbott gehört zu den Gegnern der Homo-Ehe. Die Regierung hatte argumentiert, dass das nur in der Hauptstadt Canberra und Umgebung erlassene Gesetz in Landesteilen mit anderen Regelungen für Verwirrung sorge. Die Richter erklärten, allein die australische Regierung könne über den Status der Ehe entscheiden.

Erst am vergangenen Samstag hatten mehr als zwei Dutzend homosexuelle Paare den Bund fürs Leben geschlossen. Er wisse von rund 30 Paaren, die sich seit Samstag das Ja-Wort gegeben hätten, sagte der in Tränen aufgelöste Lobbyist Rodney Croome, Direktor einer Lobbygruppe für Gleichstellung der Ehe. Die tatsächliche Zahl dürfte höher sein. Mit dem Urteil sind ihre Ehen nun ungültig.

«Das war eine historische Gelegenheit»

Vor dem Gerichtsgebäude in Canberra versammelten sich etliche gleichgeschlechtliche Paare. Sie waren bestürzt über das Urteil. Für Ivan Hinton und Chris Teoh bricht damit eine Welt zusammen. Sie gehörten zu den ersten, die direkt am Samstag heirateten. Erst am Mittwoch erhielten sie ihre Heiratsurkunde und beantragten einen Doppelnamen. Doch er bedauere nichts, sagte Hinton. «Das war eine einmalige und historische Gelegenheit. Um nichts in der Welt hätte ich sie ausgeschlagen», sagte er.

Lyle Shelton vom Verband australischer Christen begrüsste den Beschluss des Gerichts. Shelton drückte den bereits verheirateten Paaren sein Bedauern aus. Es sei «wirklich traurig», dass sie hätten heiraten können, bevor das Gericht seinen Beschluss bekannt gegeben habe.

Die Homo-Ehe ist derzeit in 18 Ländern weltweit erlaubt.

AP/chk

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