Australier geben freiwillig über 50'000 Waffen ab

Drei Monate hatten Waffenbesitzer Zeit, unregistrierte oder unerwünschte Waffen abzugeben, ohne den Behörden dazu Auskunft geben zu müssen.

Polizeichef Wayne Hoffmann von der New South Wales Police anlässlich einer Medienkonferenz in Sydney. Im Hintergrund sind Waffen, die zuvor Kriminellen abgenommen wurden. (8. August 2017)

Polizeichef Wayne Hoffmann von der New South Wales Police anlässlich einer Medienkonferenz in Sydney. Im Hintergrund sind Waffen, die zuvor Kriminellen abgenommen wurden. (8. August 2017)

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Im Zuge einer Amnestie sind in Australien mehr als 50'000 Waffen ausgehändigt worden. Premierminister Malcolm Turnbull lobte heute die «überwältigende Reaktion» auf die dreimonatige Aktion, die am vergangenen Wochenende zu Ende ging.

Sein Land habe zwar eines der strengsten Waffengesetze der Welt, Waffen in illegalem Besitz bedrohten aber weiterhin die Sicherheit der Einwohner. «Als Ergebnis dieser erfolgreichen Amnestie gibt es jetzt 50'000 Feuerwaffen weniger auf den Strassen», erklärte Turnbull. Vor der Amnestie hatte die Regierung angegeben, dass die Zahl illegaler Waffen im Land auf bis zu 260'000 geschätzt werde.

Auch Raketenwerfer wird abgegeben

Die Amnestie ermöglichte es, unregistrierte oder unerwünschte Waffen abzugeben, ohne den Behörden dazu Auskunft geben zu müssen. Zu den abgegebenen Waffen zählten Schusseisen aus dem 19. Jahrhundert, moderne halbautomatische Waffen, ein selbstgebautes Maschinengewehr und sogar ein Raketenwerfer.

Es war die erste landesweite Amnestie für die Abgabe von Waffen seit 1996. Die Aktion erfolgte nach einer Reihe von Bandenschiessereien und angesichts der wachsenden Sorge vor Anschlägen in Australien.

Die Aktion hatte geendet, kurz bevor in der US-Casinometropole Las Vegas der 64-jährige Stephen Paddock aus einem Hotelzimmer zahlreiche Schüsse auf die Besucher eines Open-Air-Konzerts abgab und dabei 58 Menschen tötete und fast 500 weitere verletzte.

In Australien wird illegaler Waffenbesitz mit Bussen von bis zu 280'000 australischen Dollar (213'000 Franken) oder sogar Gefängnisstrafen von bis zu 14 Jahren geahndet. (nag/sda)

Erstellt: 06.10.2017, 12:44 Uhr

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