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Bürgerrechtler Chen sitzt im Flugzeug in die USA

Sein Schicksal hatte für eine diplomatische Krise zwischen China und den USA gesorgt. Nun scheint der chinesische Bürgerrechtler Chen sein Ziel erreicht zu haben: Er hat China in Richtung USA verlassen.

Fühlt sich in China nicht sicher und will darum ausreisen: Chen Guangchen (Mitte) mit US-Botschafter Gary Locke (rechts) in einem Spital in Peking. (2. Mai 2012)
Fühlt sich in China nicht sicher und will darum ausreisen: Chen Guangchen (Mitte) mit US-Botschafter Gary Locke (rechts) in einem Spital in Peking. (2. Mai 2012)
Keystone

Der blinde Bürgerrechtler Chen Guangcheng ging heute mit seiner Frau und den beiden Kindern in Peking an Bord eines Flugzeugs der United Airlines, das nach Angaben der US-Fluggesellschaft am Nachmittag startete. Die Maschine wird heute Abend in Newark im Staat New Jersey erwartet.

Zuvor hatte der 40-Jährige der Nachrichtenagentur AFP telefonisch gesagt, dass er sich am internationalen Flughafen von Peking befinde. Er habe zwar noch keinen Pass, glaube aber, dass er nach New York fliegen werde.

Überraschender Besuch im Spital

Er nehme an, dass sein Pass von den chinesischen Behörden direkt an US-Beamte übergeben werde, ergänzte Chen. Wahrscheinlich würden ihm letztere diesen dann samt Visum aushändigen.

Die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe ChinaAid berichtete, Behördenvertreter hätten Chen Guangcheng überraschend im Pekinger Chaoyang Spital besucht und aufgefordert, die Sachen zu packen und sich darauf vorzubereiten, heute in die USA auszureisen.

Chen will mit der Familie ausreisen

Vor wenigen Tagen hatte der bekannte Aktivist für sich, seine Frau und seine beiden kleinen Kinder Passanträge zur Ausreise in die USA ausgefüllt. Chen hatte im April mit seiner spektakulären Flucht aus seinem Hausarrest für eine diplomatische Krise zwischen Washington und Peking gesorgt.

Er fand damals vorübergehend Zuflucht in der US-Botschaft in der chinesischen Hauptstadt. Er verliess die Botschaft am 2. Mai und begab sich zur Behandlung von Verletzungen in ein Krankenhaus. Im Streit um das Schicksal des Dissidenten einigten sich China und die USA darauf, dass es Chen freistehe, in den USA zu studieren.

Die Universität von New York hat ihn eingeladen, dort ein Jurastudium aufzunehmen. Das chinesische Aussenministerium wollte sich zur geplanten Ausreise Chens heute nicht äussern.

AFP/sda/dapd/rbi

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