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China weist Berichte über Tod von Jiang Zemin zurück

Berichte über den Tod des früheren Präsidenten halten China auf Trab. In Hongkong wurde bereits sein Ableben vermeldet. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua spricht von «puren Gerüchten».

Ist er gestorben oder nicht? Der frühere chinesische Präsident Jiang Zemin im Jahr 2008 in Kuba.
Ist er gestorben oder nicht? Der frühere chinesische Präsident Jiang Zemin im Jahr 2008 in Kuba.
Reuters

«Jüngste Berichte einiger ausländischer Medien über Jiang Zemins Tod durch Krankheit sind reine Gerüchte», schrieb Xinhua unter Berufung auf «zuverlässige Quellen». Die Meldung bestand nur aus einem Satz. Es gab keine Hinweise auf den Gesundheitszustand des 84-Jährigen.

Trotz seines Rückzugs von der politischen Bühne beim Generationswechsel 2002/2003 übte Jiang Zemin nach Einschätzung von Beobachtern noch beträchtlichen Einfluss aus. Die Spekulationen über seinen Gesundheitszustand hatten am Freitag ihren Ausgang genommen, als der Ex-Präsident überraschend nicht an den Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag der Kommunistischen Partei teilgenommen hatte.

Sein Fehlen war umso auffälliger, als andere ranghohe frühere Politiker wie die früheren Ministerpräsidenten Li Peng und Zhu Rongji an den Feiern teilnahmen.

Internet zensiert

Seit Mittwoch waren Suchanfragen zum Namen Jiang Zemin sowie nach Begriffen wie «Herzinfarkt» oder «Beileid» auf der chinesischen Kommunikationsplattform Weibo blockiert. China zensiert regelmässig Online-Inhalte, die es für politisch sensibel hält. Dazu gehört auch die Gesundheit von Spitzenpolitikern, die als Staatsgeheimnis angesehen wird.

Am Mittwoch überschlugen sich die Gerüchte im chinesischen Internet. Im Staatsfernsehen gingen Mitarbeiter schon davon aus, dass bald die Anweisung kommen würde, das Programm kurzfristig umzubauen, um den Tod des Ex-Präsidenten zu melden.

Der Hongkonger Fernsehsender Asia Television (ATV) berichtete am Abend schliesslich, Jiang Zemin sei «durch Krankheit gestorben». Auch die japanische Tageszeitung «Sankei Shimbun» berichtete unter Berufung auf «eine mit den japanisch-chinesischen Beziehungen vertraute Quelle», Jiang sei in Peking gestorben.

dapd/jak

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