China lässt halbwüchsige Rapper gegen USA protestieren

Peking macht seinem Ärger mit einer unkonventionellen Propaganda-Aktion Luft. Stein des Anstosses: Das Raktenabwehrsystem THAAD in Südkorea.

«Sagen Nein zu THAAD»: Rap-Gruppe CD REV. (Video: China.org.cn/Youtube)

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Eine von der chinesischen Regierung unterstützte Rappergruppe hat Südkorea mit einer Musikeinlage vor der Stationierung des US-Raketenabwehrsystems THAAD gewarnt. In einem bis Mittwoch mehr als 300'000 Mal angeschauten Video bei Facebook und Twitter heisst es, Südkorea gehe damit «zu weit». Das Land selbst wird als «Kind» bezeichnet. Der «grosse Bruder», ein Ersatzbegriff für China, das sich selbst als vorherrschende wirtschaftliche und politische Macht im Nordosten Asiens sieht, sei «verärgert».

Ein Mitglied der Rappergruppe CD REV, Wang Zixin, sagte der Nachrichtenagentur AP, die Musiker wollten Chinesen weltweit gegen die Stationierung von THAAD mobilisieren und die «harte Haltung» der Volksrepublik betonen. Die Regierung habe der Gruppe dabei geholfen, das Video zu erstellen und auf ausländischen Internetseiten zu bewerben. Viele von diesen Seiten sind durch Zensoren in China gesperrt, die kommunistische Partei warnt vor ausländischer «kultureller Unterwanderung».

China sieht sich bedroht

Das Raketenabwehrsystem soll Südkorea, Japan und US-Hoheitsgebiete vor möglichen Angriffen aus Nordkorea schützen. China sieht es wegen seines starken Radars jedoch als Bedrohung.

Die Musikeinlage ist der jüngste aussergewöhnliche Versuch Chinas, seinen Unmut über die Stationierung kundzutun. Im März meldete Südkorea Bedenken an, dass Peking den Tourismus im Land als inoffizielle Sanktion gegen Südkorea begrenze. Im vergangenen Jahr gab es Berichte darüber, dass China südkoreanischen Popmusikern Showauftritte nicht genehmige. Kurz zuvor hatte Seoul die Vereinbarung zur Installation von THAAD auf südkoreanischem Boden unterzeichnet. (rub/dapd)

Erstellt: 17.05.2017, 12:26 Uhr

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