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Dalai Lama: China richtete neues Blutbad an

Chinesische Soldaten sollen auch während der Olympischen Spiele auf unbewaffnete Tibeter geschossen haben.

Zu der neuerlichen Niederschlagung von Protesten sei es letzten Montag in der Region Kham im Osten Tibets gekommen, zitierte ihn die Zeitung «Le Monde». Zu Befürchtungen aus der tibetischen Gemeinde, dabei seien 140 Menschen getötet worden, sagte er: «Ich habe von Todesopfern gehört, aber die Zahl muss noch bestätigt werden.»

Dalai Lama spricht von 400 Toten

In der Zeitung hiess es, der Dalai Lama habe selbst von 140 Opfern gesprochen. Die Redaktion stellte auf Nachfrage jedoch klar, die Zahl sei nur in der Frage des Reporters aufgetaucht.

Wörtlich sagte der Dalai Lama in dem Interview, seit Beginn der Proteste gegen die chinesische Unterdrückung am 10. März seien «allein in der Region Lhasa 400 Menschen durch Schüsse ums Leben gekommen». Dafür gebe es verlässliche Zeugen. Die Leichen seien bis heute nicht an die Familien übergeben worden. 10'000 Menschen seien festgenommen worden, über ihren Verbleib sei nichts bekannt, fügte er in dem Interview hinzu.

«Auf Dauer angelegte Unterdrückung»

Der Dalai Lama, der am Freitag den französischen Aussenminister Bernard Kouchner und die Präsidentengattin Carla Bruni trifft, beklagte ein «auf Dauer angelegtes Projekt brutaler Unterdrückung». Die Streitkräfte bauten in Kham und Amdo Stützpunkte auf, was auf eine lange militärische Kolonisierung hindeute.

Die Olympischen Spiele in Peking hätten bisher zu keinerlei Öffnung der chinesischen Führung geführt, beklagte der Dalai Lama. Bei den Bemühungen um einen Dialog seien die tibetischen Gesandten «gegen eine Mauer geprallt». An den französischen Staatschef und EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy appellierte er, Peking nach den Sommerspielen «konstruktive Vorschläge» vorzulegen.

AP/vin

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