Zum Hauptinhalt springen

Das geheime Buhlen um die Rebellen

Unbeobachtet von der Weltöffentlichkeit traf sich der chinesische Aussenminister mit syrischen Oppositionellen. Westliche und arabische Staaten gehen schon viel weiter.

Augenzeugen berichten von mindestens zwei Explosionen: Rauch steigt über beschädigten Häusern in Aleppo auf. (3. Oktober 2012)
Augenzeugen berichten von mindestens zwei Explosionen: Rauch steigt über beschädigten Häusern in Aleppo auf. (3. Oktober 2012)
AFP
Zwei bis drei Detonationen: Stark beschädigtes Gebäude nach Bombenexplosionen in Aleppo. (Bild von der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht) (3. Oktober 2012)
Zwei bis drei Detonationen: Stark beschädigtes Gebäude nach Bombenexplosionen in Aleppo. (Bild von der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht) (3. Oktober 2012)
Keystone
Unter Beschuss: Ein beschädigtes Gebäude in Aleppo. (24. Juli 2012)
Unter Beschuss: Ein beschädigtes Gebäude in Aleppo. (24. Juli 2012)
Keystone
1 / 24

Gegen aussen unterstützt China das angeschlagene Assad-Regime weiterhin. Vor zehn Tagen hat das Land zusammen mit Russland zum dritten Mal ein Veto gegen eine Syrien-Resolution des Weltsicherheitsrates eingelegt. Der von westlichen Staaten eingebrachte Resolutionsentwurf sah Wirtschaftssanktionen vor, wenn die syrischen Truppen binnen zehn Tagen den Einsatz schwerer Waffen nicht stoppen.

Laut einem am 21. Juni 2012 erschienen Artikel in «Intelligence Online» gab es jedoch bereits im Mai geheime Treffen chinesischer Diplomaten mit syrischen Oppositionellen. Das chinesische Institut Chinese People's Institute of Foreign Affairs soll laut dem Fachmagazin für Diplomatie und Nachrichtendienste eine Delegation syrischer Assad-Gegner, angeführt von Burhan Ghalioun, dem damaligen Präsidenten des oppositionellen Syrischen Nationalrats, nach Peking eingeladen haben. Dort trafen die Aufständischen mit Aussenminister Yang Jiechi sowie anderen Strategen und Diplomaten zusammentrafen.

China rechnet mit dem Umsturz

Ein deutlicher Hinweis darauf, dass Peking mit einem Umsturz rechnet: «Das war ein erstes Treffen mit der potenziellen neuen Regierung», sagt der Geheimdienstexperte Erich Schmidt-Eenboom gegenüber Redaktion Tamedia. Eine operative Hilfestellung für die Rebellen sei jedoch unwahrscheinlich.

Der Westen sieht schon länger nicht mehr tatenlos zu: Er versucht seine Interessen in der Region mit Geheimdienst-Interventionen zu wahren (Redaktion Tamedia berichtete). Der Sicherheits-Experte Markus Kaim spricht gegenüber dem «Spiegel» sogar von einem «militärischen Engagement». Er listet folgende Operationen: Rebellen-Ausbildung durch frühere britische Elite-Einheiten, Bewaffnung der Aufständischen über Katar und Saudiarabien, Hilfe bei der Desertion für Regime-Mitglieder, Drohnen-Einsätze und die Mobilisierung von Spezialeinheiten in der Region für den Fall, dass Chemie-Waffen gesichert werden müssen.

Die USA befürchtet ein Machtvakuum, das Islamisten Vorschub geben könnte. Zu Recht: Mehrere Vorfälle deuten darauf hin, dass sich in Syrien zunehmend Terroristen am Krieg beteiligen.

Al-Qaida auf dem Vormarsch

Vor einigen Tagen beobachteten Reporter, wie rund 150 ausländische Islamisten den Grenzposten Bab al-Hawa zwischen Syrien und der Türkei besetzt hielten, der zuvor von syrischen Rebellen erobert worden war. Die Kämpfer kämen aus verschiedenen muslimischen Ländern und gaben an, sie gehörten zu bewaffneten islamistischen Bewegungen, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP. Einige zählen nach eigenen Angaben zur al-Qaida. Die Kämpfer waren mit Kalaschnikow-Gewehren, Raketenwerfern und Minen bewaffnet.

Gemäss der «Zeit» hatte im Juni das World Jihad Network dazu aufgerufen, sich freiwillig für den Gotteskrieg in Syrien zu melden. Die Zeitung beruft sich auch auf das Institute for the Study of War, welches von 35 Autobomben und zehn Selbstmordattentaten in den letzten sechs Monaten mindestens vier der al-Qaida zuordnet.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch