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Der Gottesstaat ist bankrott

Der iranische Präsident Hassan Rohani kommt ans WEF, um neue Wirtschaftskontakte zu knüpfen. Denn sein Vorgänger hat ihm ein Land am Rande des Ruins hinterlassen: wirtschaftlich, politisch, moralisch.

Beim Kosmetikkonsum stehen die Iranerinnen trotz einem anderen Frauenbild ihrer geistlichen Führer weltweit an siebter Stelle. Foto: Atta Kenare (AFP)
Beim Kosmetikkonsum stehen die Iranerinnen trotz einem anderen Frauenbild ihrer geistlichen Führer weltweit an siebter Stelle. Foto: Atta Kenare (AFP)

Fünf Jahre Arbeit. «Für nichts.» Nadia Shams hat ihre Freundinnen viele Monate beobachtet. Betrachtet, wie die jungen Frauen sich schminken, die Augenbrauen zupfen, Eyeliner auftragen, im Spiegel die ersten Falten beäugen. In den Jahren danach hat Nadia die Mädchen aus der Wohngemeinschaft gemalt. Ein Zyklus aus 15 grossformatigen Bildern: Minuten aus dem Leben junger Iranerinnen, sehr intim. Der Teheraner Galerist ist begeistert, die Porträts hängen zwei Tage. Dann kommt der Anruf. Die Zensurbehörde lässt Nadia wissen, dass das dargestellte Frauenbild nicht zu dem passe, was die Islamische Republik propagiert: «Du wirbst für eine Kultur, die nicht die unsere ist.»

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